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„Vinyl-Reservat“ Göttingen ersteigert Plattensammlung von Hildegard Knef

„Swingt wie die Hölle“ „Vinyl-Reservat“ Göttingen ersteigert Plattensammlung von Hildegard Knef

Vor ein paar Tagen haben Hans Philipp Schubring (35) und Alfred „Motion“ Thomas (54) auf Ebay rund 600 Platten ersteigert. Eine schöne Sammlung, fanden die beiden Inhaber des „Vinyl-Reservats“ in Göttingen, aber auch nichts wirklich Außergewöhnliches, schließlich ist der An- und Verkauf von Tonträgern ihr tägliches Geschäft. Doch als sie die vom DHL gelieferten Pakete öffneten, staunten sie nicht schlecht:

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Alfred Thomas zeigt Platte mit Widmung: „Neue deutsche Popmusik für Frau Knef mit dem Ausdruck großer Bewunderung. Jonas Porst“.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Auf den Covern befanden sich handschriftliche Widmungen, Bemerkungen und Kommentare. „Es besteht kein Zweifel“, sagen die beiden Platten-Experten, „es handelt sich um die ehemalige Sammlung von Hildegard Knef“.

Auf der Innenseite des Album-Covers von „… ihre Kinder“ der gleichnamigen Kraut-Rockband steht mit Filzschrift

„Für Frau Knef mit dem Ausdruck großer Bewunderung. Jonas Porst“.

„Porst war der Produzent von ,ihre Kinder‘ “, erklärt Motion. Eine ganze Reihe der Platten sind Sondereditionen und Muster, die nicht in den freien Verkauf gelangten, sondern in erster Linie an Radiosender, Fach-Redakteure sowie Prominente gingen.

Die Knef („Für mich soll‘s rote Rosen regnen“) hatte einen breiten Musikgeschmack – von Easy Listening, über Jazz, Chansons und Schlager bis hin zu Progressive Rock ist alles dabei. Und die 2002 verstorbene Sängerin und Schauspielerin hatte eine Gewohnheit: die Cover zu beschriften. „Swingt wie die Hölle“, kommentiert sie ein Album von Erroll Garner, „gemütlich, bum, bum“, eines von J.J. Cale.

„Die Sammlung als Ganzes zu verkaufen, bringt nichts“, sagt Schubring. „Wir bieten die Platten einzeln an“. Der frischgebackene Vater von Levi (drei Monate) hat allerdings ein 15-minütiges Video gedreht, auf dem jedes Album zu sehen ist: „So bleibt die Kollektion der Nachwelt erhalten.“

Von Hauke Rudolph

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