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Vogelgrippe in Northeim

Landkreise Northeim und Göttingen ordnen Stallpflicht an Vogelgrippe in Northeim

In Northeim ist die Vogelgrippe ausgebrochen. Deswegen wurde am Dienstag in den Landkreisen Northeim und Göttingen eine Stallpflicht für Geflügel verhängt. Diese gilt zunächst unbefristet, wie die beiden Landkreise mitteilten.

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Landkreis. In einem kleinen Geflügelbestand mit sechs Enten und 20 Hühnern in Hohnstedt nördlich von Northeim war demnach bei verendeten Hühnern am 25. Dezember der Geflügelpesterreger H5N8 festgestellt worden. Der gesamte Tierbestand sei inzwischen getötet und entsorgt worden, teilte Dirk Niemeyer, Sprecher des Landkreises Northeim, mit. „Außerdem wurden die erforderlichen Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen eingeleitet. Um den Bestand sind ein Sperrbezirk mit einem Radius von drei Kilometern und ein Beobachtungsgebiet gebildet worden“, so Niemeyer.

Schutz gegen die Geflügelpest

„Aus Gründen der Seuchenprävention und damit zum Schutz der Nutz- und Hobbygeflügelhaltungen“ sei es erforderlich, eine Stallpflicht für Geflügel für den gesamtem Landkreis Northeim anzuordnen. Diese Anordnung basiere auf einer Risikobewertung nach der Geflügelpestverordnung. Zum einen sei der H5N8-Erreger in Hohnstedt nachgewiesen worden.

Zum anderen sei berücksichtigt worden, dass im Landkreis Northeim ein Wildvogelrastgebiet liege und mehrere Flüsse, Seen und Feuchtgebiete vorhanden seien, an denen sich Wildvögel aufhalten, so Niemeyer. Die Nähe zu Northeim bedeute „ein hohes Risiko des Erregereintrags in Geflügelbestände im Landkreis Göttingen“. Deshalb sei die Stallpflicht auch dort verhängt worden, sagte Behördensprecher Ulrich Lottmann.

Hochansteckende Viruserkrankung

Die Folge: Sämtliches in den Landkreisen Göttingen und Northeim gehaltenes Geflügel muss ab sofort in geschlossenen Ställen gehalten werden. Das gelte für Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten, Gänse und Tauben, sagte Lottmann. Im Landkreis Göttingen sind davon 1752 Geflügelhalter mit 134 302 Tieren betroffen, im Landkreis Northeim 1073 Geflügelhalter mit 32 400 Tieren.

Friedrich Lange ist Ortsbürgermeister in Hohnstedt. Davon, dass in seinem Ort die Geflügelpest nachgewiesen worden ist, habe er noch gar nichts gehört, sagte er am Dienstagmittag. „Dabei bin ich selbst Geflügelhalter und habe zwölf Hühner“, sagte er und fügte an: „Mich wundert es schon, dass ich noch nicht informiert worden bin. Ich bin gespannt und warte auf weitere Anweisungen. Wann auch immer die kommen mögen.“ Die Stallpflicht sei für ihn aber kein Problem, betonte Lange: „Wir haben unsere Hühner ohnehin schon im Stall gehabt. Das Risiko ist einfach zu groß.“ Er beobachte die Tiere genau und sei sich sicher: „Meine Hühner wirken nicht krank.“  Zudem notiere seine Frau regelmäßig, wie viele Eier die Hühner legen – und die Zahl der Eier habe zuletzt nicht abgenommen.

Die Geflügelpest

Die Geflügelpest ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die durch infizierte Wildvögel verbreitet wird. In Deutschland ist der Erreger H5N8 seit November nachgewiesen. In mehreren Bundesländern, darunter Niedersachsen, kam es seitdem auch zu Geflügelpestausbrüchen in Hausgeflügelbeständen. Der Landkreis Göttingen ist bislang nicht betroffen. Die Stallpflicht sei eine „vorbeugende Schutzmaßnahme“, so Lottmann.

Jeder Verdacht der Erkrankung von Geflügel im Landkreis Göttingen muss sofort gemeldet werden unter Telefon 0551/525-2493. Bei H5N8 handelt es sich den Angaben nach um eine reine Tierseuche. Weltweit wurde demnach bisher weder über Tierkontakte noch durch den Verzehr von Lebensmitteln eine Infektion eines Menschen mit dem Vogelgrippeerreger H5N8 festgestellt.

Von Andreas Fuhrmann und Kuno Mahnkopf

 

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