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Volkshochschule Göttingen-Osterode: Fusion ist vollzogen

Thema des Tages Volkshochschule Göttingen-Osterode: Fusion ist vollzogen

Aus drei wird eins: Seit dem ersten August arbeiten die ehemaligen Kreisvolkshochschulen Göttingen und Osterode und die Göttinger Volkshochschule (VHS) als eine gemeinsame Bildungseinrichtung zusammen. Die neue VHS Göttingen-Osterode ist mit Hannover die größte Volkshochschule im Land.

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Quelle: EF

Göttingen. Mit der Fusion soll vor allem ein Ziel erreicht werden: den Südniedersachsen „das Beste aus den drei VHS-Welten“ anzubieten. Seit August ist es offiziell: Südniedersachsen hat eine der größten Volkshochschulen (VHS) im Land. Mit der Fusion der Kreisvolkshochschulen Göttingen und Osterode mit der Volkshochschule Göttingen ist eine Bildungseinrichtung entstanden, deren Angebot rund  1300 Kurse  umfasst. Und: „Wir wollen noch mehr machen“, sagt Thomas Eberwien, Geschäftsführer der neuen VHS.

 
Die Zeiten, als Volkshochschulen vor allem für Töpfern und Malkurse standen, sind schon lange vorbei. „Wir verkaufen Zukunft“, sagt Eberwien. „Lebenslanges Lernen“ ist eines der  Ziele, die der 51-Jährige  nicht nur für die Kursteilnehmer, sondern auch für sich und das Team der neuen VHS benennt. Denn: Etwa ein Drittel des aktuellen Programms besteht weiter aus dem klassischen Angebot wie Sprachkursen. Zwei Drittel aber machen heute berufliche Weiterbildungsangebote aus.

 
Eberwien, seit 2010 bereits Geschäftsführer der Göttinger VHS, hat mit der neuen, großen Einrichtung  viel vor. „Weiterbildung ist auch ein wichtiges infrastrukturelles Merkmal“, sagt er. Und: „Die Menschen in der Region wollen nicht nur auf Facebook organisiert sein, sie wollen echte Kontakte.“  VHS-Kurse, die seien für viele Menschen –  gerade in der ländlichen Region – ein wichtiger sozialer Faktor. „Wir haben Teilnehmer, die treffen sich schon seit 30 Jahren immer wieder zum Kurs“, sagt Eberwien.

 
Befürchtungen, dass die Angebote in der Region durch die Fusion geschwächt werden, seien völlig unbegründet. Im Gegenteil: Im neuen Programm werden in Göttingen rund 800, in der Fläche 550 Kurse im Programm stehen. Rund 15 Prozent der Bevölkerung, so erklärt der Geschäftsführer, nutzen VHS-Angebote. In Südniedersachsen sind das mehr als 16 000 im Bereich der alten Göttinger VHS und mehr als 8000 Kursbesucher pro Saison in der Region.
Der demografische Wandel sorgt dafür, dass künftig in den Dörfern und Regionen jenseits der Stadt Göttingen immer weniger Menschen leben werden. Auch das war ein Grund für die Zusammenlegung der drei VHS. Eberwien versteht seine VHS auch als einen „gesellschaftlichen Akteur“. In der Künftigen Entwicklung von Dorfgemeinschaften soll sie, auch bei sinkenden Einwohnerzahlen, eine wichtige Rolle spielen. Damit das auch in der Zukunft gelingt, holt er immer wieder Kooperationspartner ins Boot, beispielsweise Naturschutzverbände, die Universitätsmedizin Göttingen oder das GDA-Wohnstift. 

 
Synergien aus der Fusion erwartet er vor allem inhaltlich. „Es ist ein Vorteil, dass die große Göttinger VHS das organisatorische Gerüst bildet“, sagt er. Personal werde durch die Fusion nicht abgebaut – „das bleibt komplett erhalten“. Man brauche „jeden klugen Kopf“ in der neuen VHS. Große Veränderung gibt es im ersten gemeinsamen Programmheft, das in der ersten Septemberwoche in der Stadt und in den Landkreisen Göttingen und Osterode verteilt wird,  zunächst nicht. „Wir wollen erst einmal zusammenwachsen und schauen, wie die anderen bislang ihre Arbeit gemacht haben.“ Die Frage, wie man das Programm weiter ausbauen kann, werde anschließend gestellt.

 
Auch wenn das Zusammenwachsen noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird – Eberwien ist vor dem Projekt überzeugt: „Wir werden das Beste aus den verschiedenen VHS-Welten zusammenführen.“

 

Der Weg zur Volkshochschule Göttingen-Osterode

 

  • September 1911: Gründung des Vereins für Volkshochschulkurse in Göttingen
  • Oktober 1948: Das Kuratorium gründet den Verein Volkshochschule Göttingen.
  • Oktober 2010: Thomas Eberwien übernimmt die Geschäftsführung der Volkshochschule Göttingen. Er löst seinen langjährigen Vorgänger Günter Blümel ab, der in den Ruhestand geht.
  • Oktober 2010: Kurz nach dem Leitungswechsel kündigt der Vorsitzende des VHS-Trägervereins, Klaus Wettig (SPD) an, eine Kooperation oder Fusion der Kreisvolkshochschule des Landkreises Göttingen (KVHS) und der Volkshochschule Göttingen (VHS)  erneut zu diskutieren.
  • Februar 2012: Die Göttinger SPD bringt das Thema Fusion in Stadtrat und Ausschuss auf die Tagesordnung.
  • August 2012: Eberwien zieht eine erste positive Bilanz seiner Amtszeit. Die Teilnehmerzahlen der VHS steigen stetig, rund 16 000 Menschen besuchen die Angebote.
  • August 2013: KVHS und VHS  werden kooperieren, eine entsprechende Vereinbarung unterzeichneten Landrat Bernhard Reuter (SPD) und Thomas Eberwien. Reuter kündigt einen Plan für eine Fusion der Volkshochschulen der Landkreise Göttingen und Osterode sowie der Stadt Göttingen an.
  • September/Oktober  2013:  Der Fusionsplan wird vom Kreiskulturausschuss und vom Kulturausschuss des Göttinger Stadtrates einstimmig gebilligt. Der Plan einer gemeinsamen großen Volkshochschule in der Region kann weiterverfolgt werden. Diesem „Letter of Intent“  stimmen im Oktober auch der Kreistag und der Göttinger Rat zu. Vorgesehen ist die Zusammenführung der Kreisvolkshochschulen der Landkreise Göttingen und Osterode zum 1. Januar 2014 unter Einbeziehung ihrer Musikschulen. Die neue KVHS soll in eine gemeinnützige GmbH umgewandelt werden. Eine Verschmelzung mit der VHS Göttingen ist zum 1. Januar 2015 geplant.
  • Januar 2014:  VHS und KVS geben erstmals ein gemeinsames Programmheft heraus.  Drei regionale Editionen der Bildungsprogramme werden  landkreisweit verteilt.
  • März 2014: Der Kreistag beschließt die Ausgliederung  der KVHS und der Musikschule in eine gemeinsame GmbH mit dem Landkreis Osterode – die KVHS Südniedersachsen entsteht. Diese Umwandlung in eine GmbH ist für die Fusion mit der VHS Göttingen notwendig. Der Personalrat der Kreisverwaltung lehnt die Ausgliederung wegen der aus seiner Sicht mangelnden Tarifabsicherung ab. Eine Woche später  beschließt der Göttinger Rat  einstimmig die Umwandlung der VHS Göttingen von einem Verein in  eine gemeinnützige GmbH.
  • September 2014:  Erstmals wird ein gemeinsames Programmheft mit dem Bereich Osterode heraus gegeben.
  • Dezember 2014: Der Göttinger Kreistag beschließt mehrheitlich die Verschmelzung der Kreisvolkshochschule Südniedersachsen mit der VHS Göttingen.
  • Januar 2015: Thomas Eberwien übernimmt auch die Geschäftsführung der Kreisvolkshochschule Südniedersachsen.
  • Mai 2015:  Der Fusion der Volkshochschulen der Stadt Göttingen und der Landkreise Göttingen und Osterode steht nichts mehr im Weg. Die Fraktionsspitzen von SPD und Grünen einigen sich auf ein Konzept. SPD und Grüne bilden in allen zuständigen Parlamenten eine Mehrheit.
  • Juli 2015: Der Göttinger Kreistag beschließt mehrheitlich die Fusion der KVHS Südniedersachsen mit der Göttinger VHS. Damit sind die drei ehemaligen Volkshochschulen – Stadt Göttingen, Landkreis Göttingen, Osterode – unter einem Dach. Der Name wird in „Volkshochschule Göttingen Osterode gGmbH“ geändert. Die Kreismusikschule bleibt in der bisherigen KVHS Südniedersachsen.
  • August 2015 : Die vom Kreistag des Landkreises Osterode, vom Kreistag des Landkreises Göttingen und vom Rat der Stadt Göttingen beschlossene Fusion ist formal vollzogen.

 

Geschäftsstellen und Mitarbeiter

 

Geschäftstellen der neuen VHS Göttingen-Osterode gibt es in Osterode, Hann. Münden, Duderstadt und derzeit noch in Rosdorf. Da das Büro dort in einer ehemaligen Schule untergebracht ist und das Gebäude zum Verkauf steht, ziehen die beiden Mitarbeiterinnen in die VHS an der Göttinger Bahnhofsallee. Die anderen Geschäftsstellen bleiben auch künftig bestehen. In der VHS  Göttingen sind 53 Mitarbeiter fest angestellt, in den ehemaligen Kreisvolkshochschulen  sind es  12. Diese 12 Mitarbeiter gehen nun  von der KVHS auf die VHS über.  Der Pool an freien Dozenten zu den unterschiedlichen Themen umfasst etwa 650 Fachleute. bib

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