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Buch über die Waldgeschichte

Vom Raubbau zur Nachhaltigkeit Buch über die Waldgeschichte

Der Wald hat die Menschen seit Jahrhunderten ernährt. Er war Speise- und Vorratskammer, lieferte Baumaterial und Brennstoff, ernährte das Vieh. Als bis Mitte des 14. Jahrhunderts viele Städte wie Göttingen gegründet wurden, schoss der Holzbedarf in die Höhe. Ganze Waldzüge wurden kahlgeschlagen.

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Ernährte Mensch und Vieh: Waldnutzung im Mittelalter.

Quelle: EF

Göttingen. Wie nach Jahrhunderten des Raubbaus der Gedanke der Nachhaltigkeit entstanden ist, beschreibt ein von den Niedersächsischen Landesforsten herausgegebenes Buch über „Niedersachsens Wälder im Wandel“.

Aus moorigen Erlenwäldern wurde Ackerland, aus Eichenwäldern Heideflächen und aus Flussauen Weiden. „Eine Folge des immensen Rohstoffverbrauchs“, beschreibt Michael Rudolph, einer von 15 Autoren des Buches, wie sich in Niedersachsen die Landschaft veränderte. Die Waldnutzung war zudem Anlass für „Zank und Streit“.

Im Mittelpunkt stand stets die Frage: Wer hat das Sagen im Wald? Das Buch beschreibt, wie von der ersten Holzordnung, erlassen im Fürstentum Braunschweig, über Forstvermessung und Waldinventuren des 17. und 18. Jahrhunderts der Nachhaltigkeitsgedanke entstand. „Erstmals erwähnt hat ihn Hans von Carlowitz“, sagt Rudolph.

Von Carlowitz (1645 bis 1714), Oberberghauptmann des Erzgebirges, kritisierte in seinem Werk Sylvicultura Oeconomica den Raubbau am Wald und empfahl einen pfleglichen und vorausschauenden Umgang mit den natürlichen Resourcen.

In dem Buch werden zeitgeschichtliche Zusammenhänge und Waldwirtschaft bis in die Gegenwart hinein an vielen Beispielen aus ganz Niedersachsen erklärt. Ergänzt wird der Text durch 250 Stiche, Karten und Fotografien.

„Niedersachsens Wälder im Wandel. Vom Raubbau zur Nachhaltigkeit“ (ISBN 978-3-89876-688-3) ist im Husum-Verlag erschienen. Das Buch ist 256 Seiten stark und kostet 24,95 Euro.
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