Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Vom Rechtspfleger zum Richter

Justizmitarbeiter aus Polen informieren sich im Amtsgericht Vom Rechtspfleger zum Richter

Rechtspfleger, Verwaltungsleiter, Servicekräfte und ein stellvertretender Gerichtsdirektor aus Polen informieren sich in diesen Tagen im Amtsgericht über die Arbeit der Göttinger Justiz. Der Besuch aus dem Raum Breslau gehört zu einem seit 1999 laufenden Programm Niedersachsens mit Schlesien.

Voriger Artikel
Einbrecher in BG-Geschäftsstelle
Nächster Artikel
Hein Spellmann stellt in Göttingen aus

Polnische und Deutsche Justizmitrbeiter in einem Vortrag über die Securenta-Klageflut in Göttingen.     

Quelle: Gückel

Göttingen. Es war die damalige Justizministerin Heidi Merk (SPD), die die Partnerschaft der polnischen Region mit dem Bundesland auf die Justiz ausdehnte. Der Oberlandesgerichtsbezirk (OLG) Braunschweig bekam die Region Breslau zugewiesen. Im jährlichen Austausch sollten sich Richter und Staatsanwälte gegenseitig bei der Arbeit über die Schulter schauen und voneinander lernen.

Dass die deutschen Juristen tatsächlich dabei lernen, liege vor allem an der ausgezeichneten Ausstattung polnischer Justizeinrichtungen mit moderner Technik und an deren modernen Strukturen, sagt Hans Wiebeck, Referatsleiter am OLG. Polnische Kollegen wiederum seien besonders an Themen wie Personalvertretungsrecht und den deutschen Ausbildungsstrukturen interessiert.

Denn die unterscheiden sich. Das wird besonders klar, seit die Partnerschaft 2008 auf den richterlichen Dienst, also Rechtspfleger und Servicekräfte, ausgedehnt wurde. In Polen gebe es zwar Rechtspfleger, aber keine Ausbildung dafür. Um diese Stellen bewerben sich Volljuristen, die meist erst nach sieben Jahren als Rechtspfleger die Chance auf ein Richteramt haben. Beamtet werde das Justizpersonal ohnehin nicht - alle seien Angestellte.

Bei ihrem fünftägigen Besuch in Göttingen lernen die Polen vor allem den Service, Justizverwaltung und Familiengericht kennen, erklärt Julia Brunn, die Geschäftsstellenleiterin des Amtsgerichts. Das Teamleitungskonzept und wie man den Nachwuchs rekrutiert, interessiere besonders. 2013 standen schon das Grundbuch, 2014 ein deutsch-polniches Symposium über den "Zugang zum Recht" im Mittelpunkt.

Natürlich gab es diesmal auch eine Stadtführung auf polnisch. Die Sprache sei ohnehin kein Problem, mehrere Justizkollegen stammen aus Polen und dolmetschen in ihre Muttersprache. Besuche und Gegenbesuche seien stets von großer Herzlichkeit, sagt Wiebeck. Und tatsächlich haben sich aus den Juristen-Begegnunen schon persönliche Freundschaften entwickelt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“