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Von Hells Angels Präsident erpresst

Wegen übler Nachrede Von Hells Angels Präsident erpresst

Der bloße Verdacht, ausgesprochen gegenüber einem Hells-Angels-Mitglied, hat gereicht: Er habe, teilte der 48 Jahre alte Hells-Angels-Präsident Antonino Muche am 19. September 2014 dem 60 Jahre alten Bekannten Hans H. (Name geändert) aus Lippoldsberg (Gemeinde Wahlsburg) telefonisch mit, „den Club in den Dreck gezogen“.

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Am 20. Oktober wurde das Göttinger Charter des Rockerclubs Hells Angels verboten.

Quelle: dpa

Lippoldsberg/Adelebsen. Deshalb habe H. Schadensersatz zu bezahlen: mindestens 30 000 Euro, andernfalls werde er erschossen.

Zwei Tage später präzisierte eine dreiköpfige Abordnung der Rocker die Schadensersatzforderung: Es seien binnen zwei Tagen 100 000 Euro an die Hells Angels Hannover zu zahlen. Andernfalls werde man Hans H. zunächst als „Kinderficker“ hinstellen und ihn (sinngemäß) danach töten. Die Besucher nahmen H.s Laptop mit, von dem sie später behaupteten, darauf habe H. pornografische Fotos von Teenagern gespeichert.

So steht es als Begründung in der Verbotsverfügung des Niedersächsischen Innenministeriums, mit der am 20. Oktober das Göttinger Charter des Rockerclubs verboten wurde. Parallel laufen bei der Staatsanwaltschaft Kassel Ermittlungen wegen Erpressung, Bedrohung und räuberischen Diebstahls gegen Muche und drei weitere Rocker, darunter seinen Bruder.

Beide Brüder befinden sich seit dem 29. September, dem Tag der fingierten Geldübergabe, bei der die von H. informierte Polizei zuschlug, in Untersuchungshaft.

Der Zeuge H., dem die Polizei laut Verbotsverfügung glaubt, weil er sich auch selbst belastet, steht schon lange mit den Rockern im Kontakt. Vor einigen Jahren brannte in Lippoldsberg sein Haus: Brandstiftung. Lange stritt er sich mit der Versicherung.

Als die zahlte, gab es einen Einbruch bei ihm. Hohe Geldbeträge aus zwei Safes und Schmuck wurden gestohlen. Im Gespräch mit Muches Bruder äußerte H., die Rocker könnten hinter dem Einbruch stecken. Es folgte die Erpressung.

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