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Vor 270 Jahren: Flaniermeile und „schriende Lühe“

Ausstellung im Stadtarchiv Vor 270 Jahren: Flaniermeile und „schriende Lühe“

Einen Ausflug in das Göttingen  des 18. Jahrhunderts können Besucher des Stadtarchivs  unternehmen. Eine neue Dauerausstellung im zweiten Stock zeigt Werke des Kupferstechers Georg Daniel Heumann (1691 – 1759).

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Flaniermeile mit Londonschenke: die Goetheallee in der Mitte des 18. Jahrhunderts.

Quelle: Stadtarchiv

Die Allee, heute Goetheallee, in der Mitte des 18. Jahrhunderts: Das Michaelishaus war noch die Londonschänke. Davor steht eine Kutsche neben plaudernden Männern. Im Hintergrund flanieren Spaziergänger in der bepflanzten Alleemitte zum Wall. Georg Daniel Heumann, 1740 vom hannoverschen Staatsminister Gerlach Adolph Freiherr von Münchhausen (Mitbegründer der Universität) als Kupferstecher verpflichtet, hinterließ ein Bild Göttingens zur Zeit der Unigründung. „Wir wissen deshalb ziemlich genau, wie die Stadt ausgesehen hat“, sagt Archivarin Ulrike Ehbrecht.

Einige schöne Motive Heumanns ließ Ehbrecht vergrößern und versah sie für die Ausstellung mit Begleittexten. Neben allgemeinen Ansichten wählte sie auch Einblicke in die junge Universität aus: das Kollegium mit dem Bibliothekssaal, dem ersten, zu dem auch Göttinger Studenten Zugang hatten, sowie den „Medizinischen Garten“ Albrecht von Hallers, heute Alter Botanischer Garten. 

Nicht nur das Universitätsumfeld, auch das einfache Volk interessierte den Künstler, der 1751 in seine Heimatstadt Nürnberg zurückkehrte. Im Stadtarchiv zu sehen ist auch der „Göttingische Ausruff“, kolorierte Stiche von „in Göttingen herum schriende Lühe“ – Händlern und Hausierern, die in der Stadt lautstark ihre Waren ausriefen.  Von Katharina Klocke

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