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Mottowoche an den Göttinger Gymnasien

Vor den Prüfungen Mottowoche an den Göttinger Gymnasien

Bevor im April die Zeit ihrer Abiturklausuren beginnt, feiern die angehenden Abiturienten der Göttinger Gymnasien ihre Mottowoche. Dabei kommen sie jeden Tag in einer anderen Verkleidung zu einem vorher individuell festgelegten Thema zur Schule. Beim Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) etwa, gab es am Montag und Dientag die Mottos „Stars und Sternchen“ und „Wir in 20 Jahren“.

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Mottotage 2016 am Max-Planck-Gymynasium Göttingen: Maren Petrich (von links), Johanna Diepold, Franziska Julia Niederstadt und Valentino Graeppiler.

Quelle: Wenzel

Göttingen. Am Mittwoch erinnerten die Schüler an ihre Kindheitshelden und schlüpften dabei in Kostüme wie Pippi Langstrumpf, das Sams oder Super Mario. Aber auch extravagantere Ideen wurden in die Tat umgesetzt: Charaktere aus Star Wars, Elfen aus Herr der Ringe und sogar Piloten aus dem Film Top Gun waren vertreten.

In Göttingen feiern die Studenten Mottotage und kommen in einfallsreichen Verkleidungen zur Schule.

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Der erste von vier Mottotagen am Otto-Hahn-Gymnasium ist eine Reise in die Zukunft: „Wir in 20 Jahren“. Alle haben sich verkleidet, und bei lauter Musik ist die Stimmung in der Pausenhalle ausgelassen. Der Berufswunsch der 17-jährigen Denise Zimmer ist klar an der Uniform zu erkennen: „Ich möchte an der Polizeiakademie Niedersachsen studieren.“ Ihre Freundin Alexandra hat einen weißen Kittel an und eine Laborbrille auf dem Kopf. Ihr Wunsch ist ein Physikstudium an der Georg-August-Universität Göttingen. „Ich will gleich im Sommer anfangen“, sagt sie. Nicht alle wissen jedoch, was später mal aus ihnen wird. Da läuft ein Scheich herum, Hippies - und eine leicht verwahrlost aussehende Flaschensammlerin.

 

Rückwärts die Treppe rauf

 

Der dritte Tag der Mottowoche am Otto-Hahn-Gymnasium hat bereits am Vormittag seinen Tribut gefordert: Das Kostüm von Robin Kurze ist gerissen. „Es war ein bisschen eng“, erklärt der 18-Jährige. Verkleidet war er als Po von den Teletubbies. „Der musste früher immer mit dabei sein, ohne konnte ich nicht schlafen“, sagt Kurze. Inzwischen habe er die kleine Figur leider nicht mehr. Die Zeit nach seinem Abitur ist bereits durchgeplant: „Ich fange ein duales Studium Flugzeugbau bei Airbus an.“ Dafür sei er an der Universität in Hamburg schon angenommen worden.

Mit dem Sams hat sich Tabea Thiel ein kompliziertes Kostüm ausgesucht – komplett mit Schwimmflossen. „Es ist etwas schwierig, mit den Flossen zu gehen“, berichtet die 18-Jährige. Treppen kommt sie nur rückwärts hoch. „Aber man wird von allen angelacht.“

Dabei geht es noch auffälliger: Lennart Rühling hat sich als Zahnfee verkleidet, als Kostüm dient das Hochzeitskleid einer Lehrerin. „Die letzten Tage gab es den Vorwurf, dass ich normal da war“, sagt Rühling. Deshalb wählte er nun eine richtige Verkleidung. Für die Zeit nach dem Abitur hat der Schüler besondere Pläne: „Ich will den Jakobsweg gehen.“ Er habe einfach einmal Lust, auf dem berühmten Pilgerweg allein durch Spanien zu wandern. Danach wolle er dann Jura studieren, am liebsten in Hannover oder Hamburg.

 

Goldener Schimmer

 

In der Aula des OHG kommen zur großen Pause Schüler aus allen Jahrgängen zusammen. Besonders die angehenden Abiturienten feierten, tanzten und jubelten bei ausgelassener Stimmung und lauter Musik. „Diese Woche feiern wir einfach mal ein bisschen im Voraus“, freut sich die als Minimaus verkleidete Yasemin Zengin. In der tanzenden Menge sticht etwas Schimmerndes hervor. Matheo Carl hat sich als goldener Androide C3PO aus der Fantasy-Reihe „Star Wars“ verkleidet. Passend dazu ist seine Mitschülerin Julia Lehmann im Look von R2D2 gekommen. „Ich mag Star Wars, vor allem R2D2“, sagt Lehmann. Auch ihr mit goldener Folie eingekleideter Mitschüler begeistert sich für die Fantasy-Reihe. Unter dem Motto „Todgesagte leben länger“ erinnert sich der 19-jährige Daniel Jacobi an Peter Lustig. „Schneewittchen war schon immer mein Lieblingsmärchen“, sagt Sophie Kosching, „Ich fand sie als Kind schon total schön und toll.“

 

 

Liebe zum Detail

 

Am Max-Planck-Gymnasium geht es derweil unter dem Motto „Gangstas and Hoes“ ausnahmsweise etwas freizügiger zu. Nicht nur bei den weiblichen Schülerinnen wohlgemerkt.

Denn einige haben das Motto kurzerhand zum Anlass genommen, zumindest optisch das Geschlecht zu tauschen. Ein paar der männlichen Abiturienten haben sich bei ihren Verkleidungen augenscheinlich sehr viel Mühe gegeben – vom ausgestopften BH bis hin zu roten Pumps ist alles dabei. Moritz Sedl etwa ist extra einkaufen gegangen. Seine Ausbeute: Netzstrumpfhose, Minirock, BH und ein hautenges Oberteil. Auch schminken ließ er sich extra. „Ich find's lustig und fühle mich gerade richtig frei“, sagt der Schüler. Einige hätten das Motto allerdings trotz vorheriger Umfrage boykottiert, berichtet Mitorganisatorin Maren Petrich. Das hindert die übrigen angehenden Abiturienten aber nicht daran, ordentlich zu feiern. Zu dröhnender Popmusik wird im Foyer des Gymnasiums mächtig Party gemacht. Christina Sommerfeldt findet das Motto jedenfalls „ganz cool“. In Jogginghose und Kapuzenpullover hat sie sich als Mann verkleidet. „Es ist mal was Neues“, sagt Sommerfeldt. Zudem sei es ziemlich bequem. Zu dem Montagsmotto „Kindheitsidole“ habe sie einen flauschigen Känguru-Ganzkörperanzug angezogen.

Rena Toben ist als „Ahoibrause-Dealerin“ auf Schuhen mit Rollen zur Schule gekommen. „Die Schuhe hatte ich noch, und zu Hause kann ich damit nicht fahren.“ Deshalb sei die Mottowoche die Gelegenheit gewesen, sie zu benutzen. Mit Klebeband hat sie sich Ahoibrause-Päckchen an die Innenseite ihrer Jeansjacke geklebt. Für ihre Zukunft hat sie noch keinen genauen Plan. Sie wolle aber auf jeden Fall für ein Jahr ins Ausland gehen. „Ein freiwilliges ökologisches Jahr oder Work and Travel“, sagt die 18-Jährige.

Nach der ausgelassenen Woche beginnen für die Göttinger Schüler dann langsam aber sicher die Vorbereitungen auf die Abiturprüfungen im April.

Von Flora Hallmann, Finn Lieske, Jessica Sippel

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