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Vorbereitungen für Trägerschaft der Göttinger Flüchtlingsunterkunft

„Maßstäbe in der Willkommenskultur“ Vorbereitungen für Trägerschaft der Göttinger Flüchtlingsunterkunft

„Bonveno“ soll die gemeinnützige Gesellschaft heißen, die die geplante Flüchtlingswohnanlage auf den Zietenterrassen betreiben wird. Das haben Vertreter der fünf Göttinger Wohlfahrtsverbände, die sich die Trägerschaft teilen werden, am Donnerstag bekanntgegeben.

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Die Wohnanlage nimmt, genauso wie ihre Trägerschaft, Gestalt an. Im September sollen die ersten Flüchtlinge einziehen können.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Die Gründung der gGmbH stehe kurz bevor. Außerdem haben Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie, Paritätischer Wohlfahrtsverband und Deutsches Rotes Kreuz mitgeteilt, dass sich die Verbände bei der Stadtverwaltung höchstwahrscheinlich auch um die Trägerschaft der geplanten Flüchtlingsunterkunft im Gebäude des ehemaligen Instituts für den wissenschaftlichen Film (IWF) bewerben werden.

„Bonveno“ ist Esperanto und heißt „Willkommen“. Dass der Name Programm werden soll, betont Ralf Regenhardt, Vorstandssprecher der Caritas: „Wir setzen Maßstäbe in der Willkommenskultur.“ Gemeint sei damit vor allem das Netzwerk aus Organisationen und Freiwilligen, auf das die Betreiber zurückgreifen können. „Die Kooperation war eigentlich zwingend, weil alle Verbände über Netzwerke verfügen, die hilfreich sind“, so Dr. Volker Bullwinkel, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands.

Der hauptamtliche Personalschlüssel sieht fünf Stellen vor: eine Leitungsperson, zwei Sozialpädagogen, ein Erzieher und ein Hausmeister sollen sich um die Bewohner und die Wohnanlage kümmern. Die Stelle der Leitung sei, knapp eine Woche nachdem die Stadtverwaltung den Zuschlag an den Zusammenschluss der Wohlfahrtsverbände gegeben hat, bereits besetzt. Auch bei der personellen Besetzung der Bonveno gGmbH sei man „nicht bei Null.“ Allerdings sei es noch zu früh, feste Aussagen zu treffen, sagte Herbert van Loh, Vorstandsvorsitzender des DRK-Kreisverbandes.

Die modular aufgebaute Wohnanlage soll bereits in der ersten Septemberwoche teilweise in Betrieb genommen werden. Mit der vollständigen Fertigstellung wird Ende September gerechnet. Dann soll sie 180 Flüchtlingen eine Unterkunft bieten. Je sechs Personen werden sich einen Bereich von 60 Quadratmetern teilen, die Schlafräume sind als Doppelzimmer geplant.

Es werde Wert darauf gelegt, den Bewohnern eine Tagesstruktur zu bieten, natürlich durch Sprachkurse, aber auch durch die Vermittlung von Arbeit oder der Kooperation mit Volkshochschulen und Sportvereinen. Hierfür sind auch der ASC Göttingen und der SC Hainberg im Gespräch, der in der unmittelbaren Nachbarschaft der Wohnanlage liegt. Ferner soll ein Bewohnerrat gegründet werden, der die Anliegen der Flüchtlinge vertritt. Die Wohnanlage wird laut Ausschreibung eine Laufzeit von fünf Jahren haben.

Von Jonas Rohde

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