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Vorbereitungstreffen der Bürger-“Initiative Willkommen Flüchtlinge“ in Göttingen

„IWF hervorragend geeignet“ Vorbereitungstreffen der Bürger-“Initiative Willkommen Flüchtlinge“ in Göttingen

Eine große Bereitschaft gibt es offenbar im Ostviertel, Flüchtlinge nicht nur im ehemaligen IWF-Gebäudekomplex unterzubringen, sondern sie auch ehrenamtlich zu betreuen. Bei einer Informationsveranstaltung am Freitagabend im Studentenwohnheim Collegium Albertinum erklärten viele der etwa 60 Besucher, das Projekt unterstützen zu wollen.

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Das ehemalige IWF-Gebäude am Göttinger Nonnenstieg.

Quelle: Hinzmann/Archiv

Göttingen. Zum Info-Abend eingeladen hatte die „Initiative Willkommen Flüchtlinge (IWF)“, die nicht erst eine Entscheidung der Stadt abwarten, sondern zuvor eigene Ideen entwickeln will. Doch die Verwirklichung des Projekts ist nicht gerade einfach, erklärte Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck. Das Gebäude des ehemaligen Instituts für den wissenschaftlichen Film am Nonnenstieg gehört mehreren Bundesländern, die die Vermarktung einem Insolvenzverwalter übergeben haben. Der habe einen Vorvertrag mit einem Investor abgeschlossen, der jedoch nur dann wirksam wird, wenn die Stadt Göttingen einen dem Investor genehmen Bebauungsplan vorlegt. Andererseits könne der Insolvenzverwalter wegen des Vorvertrages das IWF-Gelände nicht anderweitig veräußern.

Daher herrsche „ein merkwürdiger Schwebezustand“, der beendet werden müsse, bevor konkrete Maßnahmen beginnen könnten. Klar ist für Schlapeit-Beck aber auch: „Das Gebäude ist zur Unterbringung von Flüchtlingen hervorragend geeignet.“ Und die Stadtverwaltung sei höchst erfreut darüber, dass die Nachbarschaft am Nonnenstieg Flüchtlinge willkommen heiße: „Etwas Besseres kann uns nicht passieren.“.

Denkbar sei, dass der Investor nach einem Kauf des IWF-Geländes im hinteren Teil baue, während auf der Westseite die IWF-Gebäude für eine Zeit von drei bis fünf Jahren als Flüchtlingsunterkunft, auch gemischt mit Zimmern für Studenten genutzt werden könnten. Allerdings seien schnelle Lösungen vonnöten, weil der Stadt im laufenden Jahr voraussichtlich um die 700 neue Flüchtlinge zugewiesen würden.

Erich Marahrens, Pastor im Ruhestand, sprach einige Grundlagen für den erfolgreichen Bau eines Flüchtling-Heimes an. Ohne einen Sicherheitsdienst und andere professionelle Betreuung gehe es nicht, meinte Marahrens, der in den 1990er Jahren in Göttingen eine Unterkunft für Flüchtlinge des Kosovo-Krieges mit aufbaute. Sonst bestehe die Gefahr, „dass sich die unterschiedlichen Kulturen durchsetzen“ und in Konflikte mündeten. Andererseits gebe es heute viel mehr Möglichkeiten des Erwerbs der deutschen Sprache und anderer Integrationsangebote als noch vor zwei Jahrzehnten. Und selbst wenn die Erwachsenen wenig Integrationsbereitschaft zeigten, „sind die Kinder sehr integrationsfähig. Das geht sehr schnell.“

Andere Teilnehmer in der Runde sprachen sich dafür aus, bei der Betreuung von IWF-Flüchtlingen andere Migranten, die schon länger in Deutschland seien, hinzuzuziehen. Sozialdezernentin Schlapeit-Beck erklärte, die Stadt wolle gerne Kontakt zu einem festen Ansprechpartner in der Bürgerinitiative halten.

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