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Vorsicht bei „Igel“-Leistungen

Ärztliche Leistungen gut prüfen Vorsicht bei „Igel“-Leistungen

Vielen Patienten sind „Igel“ in Arztpraxen keine Unbekannten. Dabei handelt sich allerdings nicht um Stacheltiere, sondern um „individuelle Gesundheitsleistungen“ (abgekürzt IGeL), die der Arzt kostenpflichtig anbietet. Die Techniker-Krankenkasse (TK) rät den Patienten, bei solchen Angeboten genau nachzufragen.

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Ein Fall für „Igel“: Manche ärztliche Leistungen muss der Patient selbst bezahlen.

Quelle: dpa

Zu den „Igel“-Angeboten zählen unter anderem kosmetische Operationen oder Reise- und umweltmedizinische Beratungen. Patienten müssten diese medizinischen Leistungen selbst zahlen, erklärt Ulrike Fieback, Sprecherin der Techniker Krankenkasse (TK) in Göttingen: „Viele sind daher verunsichert, wie sie – oft innerhalb kürzester Zeit – darauf reagieren sollen.“ Wichtig für den Patienten sei es, herauszufinden, ob es sich um überflüssigen Aktionismus oder um eine vertretbare Ergänzung der Behandlung handelt, sagt Fieback.

Daher habe die TK gemeinsam mit der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung den kostenlosen Ratgeber „Selbst zahlen?“ erstellt. Darin sind unter anderem acht Fragen aufgeführt, die dem Patienten bei der Entscheidung pro oder contra Igel weiterhelfen:

  1. Wurde erklärt, warum die Zusatzleistung für mein spezielles gesundheitliches Problem sinnvoll ist?
  2. Wurden wissenschaftliche Belege für den Nutzen der Igel-Leistungen genannt?
  3. Wurde ich umfassend und verständlich über Nutzen, Risiken und die Nebenwirkungen beraten?
  4. Bin ich sachlich und ohne Drängen informiert worden?
  5. Wurden mir die Höhe der Kosten mitgeteilt?
  6. Gibt es eine schriftliche Vereinbarung zwischen meinem Arzt und mir zur geplanten Zusatzleistung?
  7. Habe ich eine schriftliche Entscheidungshilfe in der Praxis erhalten?
  8. Habe ich das Gefühl, dass ich mich für oder gegen eine vom Arzt vorgeschlagene Extraleistung frei entscheiden kann?
  9. Fieback weist zudem auf die rechtlichen Grundlagen für die Igel-Leistungen hin: „Im Gesetz ist festgelegt, dass Patienten nur dann für eine individuelle Gesundheitsleistung zahlen müssen, wenn ein Behandlungsvertrag abgeschlossen wurde und der Arzt eine Rechnung ausgestellt hat.“
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