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Vortrag von Landessuperintendent Eckhard Gorka

Eckpfeiler des Evangelischen Vortrag von Landessuperintendent Eckhard Gorka

Was ist heute evangelisch? Um diese Frage ging es zum Abschluss einer Vortragsreihe in der Kirchengemeinde St. Albani. Landessuperintendent Eckhard Gorka konzentrierte sich in seiner Einführung auf drei Hauptmerkmale, die  den evangelischen Glauben ausmachten.

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Landessuperintendent Eckhard Gorka.

Quelle: Vetter

Göttingen. Als erstes zentrales Merkmal nannte Gorka die Lehre der Rechtfertigung allein aus Gnade und durch den Glauben. „Wir müssen uns vor Gott nicht selbst rechtfertigen, Gott gnädig machen“, so Gorka. Gott komme den Menschen zuvor, diese müssten nur nachkommen. Eine solche Lehre zu entwickeln, sei heute allerdings nicht mehr so dringlich wie im Mittelalter, wo die Theologie in vielerlei Hinsicht angstgesteuert  gewesen sei. Die Formulierung der Rechtfertigungslehre für die heutige Zeit sei wichtig, so Gorka. Sie könne dazu beitragen die Menschen von dem Druck zu entlasten, sich selbst rechtfertigen und alles Erleben in die endliche Zeitspanne des Lebens packen zu müssen, wenn die Perspektive auf das ewige Leben fehle.

Der zweite zentrale Punkt für Gorka ist die Taufe und das damit verbundene Priestertum aller Glaubenden. Es sei eine bahnbrechende Entdeckung der Reformation, der Kirchengemeinde eine theologische Kompetenz zuzutrauen. Dabei könne es zwar zu unterschiedlichen Auslegungen kommen, aber das sei das Risiko Gottes, nicht der Kirche, so Gorka. Selbstkritisch fragte er, ob das „barocke Kirchbauprogramm“ der 1960er-Jahre und der damalige Professionalisierungsschub nicht ein falscher Weg gewesen sei, bei dem der Gemeinde die Weitergabe des Evangeliums aus den Händen genommen worden sei. Heute gebe es im Kirchenbezirk Hildesheim-Göttingen viele Ehrenamtliche, die in der Verkündigung des Glaubens wirkten. Es gelte außerdem, die Weitergabe des Glaubens in der Familie wiederzuentdecken.

Das dritte wichtige evangelische Kennzeichen sei die Wiederentdeckung der Bibel als Grundurkunde des Glaubens, in der das Wort Gottes aufscheine,  so Gorka. In der Auslegung der Bibel könne Gottes Wort wahrgenommen werden, ohne dass der einzelne Buchstabe heilig sei. Im Zuge der Diskussion mit den Besuchern gab sich Gorka zudem als Fan der Lehre von der Erbsünde zu erkennen. Die bedeute im Prinzip, dass jeder Mensch Fehler mache, dass dies schon immer so gewesen sei und auch so bleiben werde – eine entlastende Erkenntnis. Gorka warb darüber hinaus dafür, ganz offen auf kirchenferne Menschen zuzugehen und deren Antworten erst einmal zuzulassen, auch wenn diese aus evangelischer Sicht zunächst befremdlich wirkten oder nicht gefielen.

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