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Vortragsreihe thematisiert das Forschungsfeld der Praxistheorie

Entscheiden? Aber wie und was? Vortragsreihe thematisiert das Forschungsfeld der Praxistheorie

„Was entscheiden wir eigentlich?“ Diese Frage steht im Mittelpunkt praxistheoretischer Forschung. An neun Terminen der Ringvorlesung mit dem Untertitel „Praktiken praxistheoretisch erforschen“ gehen die Vortragenden dieser Frage in unterschiedlichen Kontexten nach. Den Auftakt hat am Donnerstag in der locker besetzten Paulinerkirche die Leiterin des Göttinger Instituts für Diversitätsforschung, Prof. Andrea D. Bührmann, gemacht.

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Diversitätsforscherin: Andrea D. Bührmann.

Quelle: Vetter

Göttingen. Nutzenmaximierung im Rahmen rein rationaler Entscheidungen: Diese Annahmen sind schon etwas länger Schnee von gestern. Dass Entscheidungen viel komplexer subtiler und gerade im Alltag häufig auch von Routinen und Zufällen beeinflusst sind, stellt wahrscheinlich jeder fest, der sich ein wenig mit seinen eigenen Entscheidungen beschäftigt. Systematisch betrachten diese Gegebenheiten die Wissenschaftler in der Praxisforschung. Wie so eine Forschungsarbeit aussehen kann, zeigte die Referentin anhand eines ihrer aktuellen Projekte – einer Untersuchung zum Umgang mit Vielfalt an Hochschulen. In Bührmanns Fokus dabei: Die Göttinger Georgia Augusta und die University of California in Berkeley (UCB).

„Menschen sind mit ihrer sozialen Struktur verwoben“, betonte Bührmann. Dies führe in ihrem Forschungsfeld zu einer, so der Fachausdruck, De-Zentrierung des Subjekts. Sie und ihre Fachkollegen nähmen daher eine re-konstruktive Forschungshaltung ein, um zu verstehen, wie bestimmte Phänomene und Entscheidungen entstünden, welche sie beobachteten.

In Berkeley will Bührmann beispielsweise als ein Phänomen im Gegensatz zur eher klassisch strukturierten Universität Göttingen eine deutliche gewollte „Unordnung“ und Vielfalt und dadurch Ansätze für neue Lösungsstrategien ausgemacht haben. Wie man diese Annahme nun untersuchen kann? In ihrem Fall etwa mit einer Analyse der Internetseiten, der Zulassungsverfahren für Studierende oder auch Erkenntnissen aus einer Befragung der UCB-Mitglieder.

Die Vorlesungsreihe wird fortgesetzt am Donnerstag, 30. April. Es spricht Prof. Sabine Hess (Göttingen) zum Thema „Border work: Grenzpolitik als Praxis“. Beginn ist um 18.15 Uhr in der Paulinerkirche, Papendiek 14.

 Von Isabel Trzeciok

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