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"Vortragsveranstaltung" im Bürgerhaus abgesagt

TSV Herberhausen erteilt Junger Alternative eine Absage "Vortragsveranstaltung" im Bürgerhaus abgesagt

Kein Platz für die AfD: Der TSV Herberhausen hat eine Zusage für eine Veranstaltung der Jungen Alternative (JA), Jugendorganisation der rechtspopulistischen AfD, am 4. März im Bürgerhaus zurückgenommen. Er habe nicht gewusst, um was genau es sich dabei handele, teilte der Verein mit.

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Herberhäuser sagen „Nein“: v.l.:  Ingrid Möhring, Dieter Wenderoth, Helmi Behbehani, Klaus Marohn und Wolfgang Malorny.

Quelle: CH

Göttingen/Herberhausen. Lars S., Vorsitzender der JA im Bezirk Braunschweig, hatte in einer Anfrage an den TSV, die dem Tageblatt vorliegt, lediglich von einer „Vortragsveranstaltung“ gesprochen. Auf der Facebook-Seite des JA-Bezirksverbands Braunschweig ist allerdings von einem „Vortragsabend mit Thorsten Weiß (JA Berlin) und Martin Sellner (IB Österreich)“ unter dem Titel „Aufstand der Jugend – Kampf um Europas Zukunft“ die Rede.

Weiter heißt es dort: „Dieser Abend verspricht einen Hauch von Revolution zu versprühen.“ Die Grüne Jugend Göttingen bezeichnet Sellner als „Aktivisten der rassistischen Identitären Bewegung Österreich, die auch von Behördenseite als rechtsextrem eingestuft wird“. Sie forderte die Verantwortlichen des Bürgerhauses Herberhausen auf, „Rassisten und Rechtspopulisten keinen Raum zu geben und die Veranstaltung zu stornieren“.

Das habe der TSV, in dessen Verantwortung die Vermietung des Bürgerhauses liegt, umgehend getan, sagte der Vorsitzende Dieter Wenderoth auf Anfrage. Die Göttinger Stadtverwaltung – die Stadt ist Eigentümerin des Gebäudes – habe den TSV in dieser Entscheidung bestärkt. „Es spricht allerhand dafür, dass es bei der Veranstaltung um die Verbreitung rechtsextremen Gedankenguts gehen sollte“, sagte Wenderoth. Damit wolle der TSV nichts zu tun haben. Zudem hätte es sicherlich eine Gegendemo gegeben, bei der „Randale zu erwarten“ gewesen wäre, so Wenderoth.

Herberhausens Ortsbürgermeisterin Ingrid Möhring (SPD) begrüßt die Entscheidung des Sportvereins: „Wir möchten keine Veranstaltung einer Partei, die nichts unversucht lässt, die Gesellschaft zu spalten, anstatt gemeinsam nach Lösungen zu suchen“, erklärte Möhring. „Die AfD duldet keine kritischen Journalisten auf ihren Versammlungen. Wir dulden keine AfD-Versammlung in unserem Ortsteil.“

In Herberhausen seien unter anderem Flüchtlinge im Forsthaus untergebracht, viele Bürger engagierten sich für diese. „Zurzeit müssen wir in Deutschland eine schwierige Situation gemeinsam schultern. In Herberhausen klappt das bisher gut“, erklärte Möhring. Das solle auch so bleiben.

In der Miet- und Benutzungsordnung für das Bürgerhaus Herberhausen sei geregelt, dass das Haus vorrangig gemeinnützigen, kulturellen, jugendpflegerischen und gesellschaftlichen Anlässen diene, erklärte Verwaltungssprecherin Stefanie Ahlborn. Von vornherein ausgeschlossen sei in der Miet- und Benutzungsordnung erst einmal keinerlei Veranstaltung. Die  Göttingen Stadtverwaltung erfahre in der Regel auch nicht, „dass, warum oder mit wem eine Vermietung nicht zustande gekommen ist“.

Die Absage des TSV an die Junge Alternative sei dennoch ganz im Sinne der Stadtverwaltung, betonte Ahlborn. Von weiteren ähnlichen Mietgesuchen der JA oder AfD in der Stadt Göttingen habe die Verwaltung derzeit keine Kenntnis.

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