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Vorwürfe und Proteste gegen Rittmarshäuser Windpark

Ein Dorf auf der Suche nach Ideen Vorwürfe und Proteste gegen Rittmarshäuser Windpark

Es ist schon fast ein verzweifelnder Satz für den Ortsbürgermeister, für manche Zuhörer ein erlösender: „Es ist nicht so gelaufen, wie es sich gehört hätte“, sagt Volker Heinemann fast bedrückt und fügt an: „Wir vom Ortsrat geben keine offizielle Stellungnahme ab, aber wir unterstützen die Forderungen der Bürgerinitiative.“ Das überrascht manche – positiv.

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Heute Standard, vielen Rittmarshäusern aber zu hoch: große Windräder wie hier bei Weißenborn.

Quelle: Vetter

Rittmarshausen. Schon im Vorfeld mussten sich Heinemann und seine Mitstreiter scharfe Vorwürfe anhören. Und jetzt, während der Ortsratssitzung machen viele Rittmarshäuser keinen Hehl daraus, dass sie immer noch sauer sind.

Ein geplanter Windpark in der Nähe des Dorfes bringt sie in Aufruhr. Als kürzlich konkrete Pläne für fünf Anlagen mit einer Höhe von 200 Metern bekannt wurden, reagierten viele geschockt. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass auf dem lange ausgewiesenen Areal tatsächlich einmal Windräder gebaut werden, dass sie so groß sein und zum Teil nur 600 Meter entfernt vom Dorf stehen werden. Eilig sammelten sie Protestunterschriften, schrieben Briefe auch an den Gemeinderat.

Verärgert sind sie aber nicht nur über den Windpark, sondern auch über ihre Ortspolitiker, weil sie die Bürger nicht früher informiert haben. „Das erwarten wir von euch“, sagt einer am Mittwochabend. Andere sind zu diesem Zeitpunkt schon nachsichtiger. Sie haben erkannt, dass ihre Ortspolitiker „keine Profis und auch nur ehrenamtlich tätig sind“. Und es beruhigt sie, dass der Ortsrat zu Beginn der Sitzung klar gemacht hat, dass er dem  Mitwirkungsverbot laut Niedersächsischen Gemeindeordnung folgt und keine eigentlich von der Gemeinde und vom Landkreis erwartete Stellungnahme zu den Windradplänen abgeben wird. Denn vier von fünf Mitgliedern oder ihre Verwandten haben Land, auf dem die Windräder einmal stehen werden. Sie könnten befangen sein, auch das hatte man ihnen zuvor vorgeworfen.

„Das ist jetzt alles Vergangenheit, wir können es nicht mehr ändern“, appellieren irgendwann einige an die Runde. Und dann geht es nur noch darum, was sich hier viele fragen: Was können sie noch tun, damit die Windräder kleiner, weiter entfernter oder gar in geringer Zahl aufgestellt werden – gegen Windenergie ist kaum einer. Vorschläge über eigene Lärmgutachten und zu rechtlichen Möglichkeiten, das Genehmigungsverfahren zu bremsen, machen die Runde. Der Gemeinderat wird aufgefordert, in seiner Stellungnahme Korrekturen zu fordern. Einige wollen den Investor davon überzeugen, dass ganz andere Windradmodelle für die Rittmarshäuser erträglicher und für ihn trotzdem lukrativ sein könnten. Konkrete Pläne gibt es am Ende nicht, aber Ideen und Termine: ein weitere Infoabend am 5. März und eine Ratssitzung zu diesem Thema am 18. März.

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