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Pro-Parkplatz

Wätzolds Woche Pro-Parkplatz

Bei den Planungen zur Neugestaltung der Roten Straße gibt es eine Variante, die den Wegfall der jetzigen 24 Parkplätze zugunsten von Flächen für Fußgänger, Fahrrädern und Außengastronomie vorsieht. Ich bezweifle zwar, dass es einen weiteren Bedarf für Außengastronomie in der Innenstadt gibt, aber ansonsten ist die Idee recht charmant.

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Quelle: Archiv (Symbolbild)

Angenehm auch, dass unser Oberbürgermeister beim ProCity-Sommerempfang die Pläne für die Rote Straße mit den Worten verteidigte „Die Innenstadt ist mehr als Einkaufen“. Recht hat der Mann! Es ist gut, etwas gegen die fortschreitende Kommerzialisierung des öffentlichen Raums zu tun, denn die Stadt gehört allen, auch denen, die nicht kaufen wollen oder können. Erwartungsgemäß sprach sich der Pro-City-Vorsitzende Philipp Bremer bei derselben Gelegenheit dafür aus, die 24 Parkplätze zu erhalten. Der Einzelhandel hat es schließlich schwer und so hält Pro-City fantasielos an der innerstädtischen Verkehrspolitik der 50er-Jahre fest. Was soll man sonst auch mit den ganzen Parkmarks machen, die dank kostenlosem Kurzzeitparken massiv Autos (und damit Lärm, Gestank und Fußgängergefährdung) in die Innenstadt locken? Nicht nur verkehrpolitisch verhalten sich die Innenstadthändler höchst unflexibel: Warum gab es denn eigentlich keinen verkaufsoffenen Sonntag beim Turnfest, obwohl da über 200?000 potenzielle Kunden in der Stadt waren, ohne dass ProCity irgendetwas dafür tun musste? Wirklich schlecht kann es den Innenstadthändlern doch eigentlich gar nicht gehen, wenn sie so eine Umsatz-Gelegenheit verstreichen lassen. Und auch beim Gänselieselfest, das Pro-City selbst mit viel Tamtam bewirbt, werden bestimmt – wie im letzten Jahr – wieder zahlreiche Geschäfte geschlossen bleiben. Und wenn auswärtige Kunden für ihre Geschenkeinkäufe mehrfach nach Göttingen kommen müssen, weil ProCity es noch nicht mal in der Weihnachtszeit auf die Kette kriegt, einheitliche Öffnungszeiten zu organisieren, dann ist das Verkehrschaos natürlich vorprogrammiert. Bremer und Co. sollten also lieber ihre internen Angelegenheiten in Ordnung bringen, statt löwenhaft mit der Stadt um den Erhalt einzelner Parkplätze zu kämpfen.  

Den Autor erreichen Sie unter redaktion@goettinger-tageblatt.de

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