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Wahlkampf: 24 Stunden am Tag Tokio Hotel im Fernsehen

Kinder-Uni Wahlkampf: 24 Stunden am Tag Tokio Hotel im Fernsehen

Die Kinder-Uni Göttingen hat begonnen und ist mit einem anspruchsvollen Thema in das elfte Semester gestartet. Der Göttinger Jura-Professor Thomas Mann ist der Frage nach gegangen „Wie wird man Bundeskanzlerin oder Bundeskanzler?“.

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Wahlkampf im Hörsaal: Leonie, Josefine und Max wollen mit ihrem Parteiprogramm nicht nur bei Prof. Thomas Mann punkten.

Quelle: CH

„Wenn ich Bundeskanzlerin bin, gibt es für alle Schüler fünf Monate Ferien im Jahr.“ Das Wahlversprechen von Leonie aus der Schülerpartei kommt bei den Teilnehmer der Kinder-Uni gut an. Doch auch ihre Konkurrenten von der Mädchen- und der Jungenpartei geizen nicht mit Versprechen. Sollte sie Kanzlerin werden, verspricht Josefine, gibt es für Mädchen kostenlosen Reitunterricht und Tokio Hotel und die Ochsenknechtbrüder Jimi Blue und Wilson Gonzalez täglich 24 Stunden im Fernsehen. Max, Spitzenkandidat der Jungenpartei, hält dagegen: Mit mehr Bolzplätzen und freiem Zugang zum Fernsehsender Premiere Sport für alle will er die Wähler ködern. Die rund 200 jungen Hörer der Vorlesung haben die Qual der Wahl. Doch schon bei der ersten Hochrechnung ist der Trend deutlich. Die Schülerpartei liegt mit 61 Prozent weit vorn, gefolgt von der Jungenpartei mit 35 Prozent, abgeschlagen landet die Mädchenpartei auf Platz drei mit nur zwei Prozent.

Schwerer Stoff

Neben der Probewahl wagt Mann sich an eine kindgerechte Erklärung der Grundsätze des deutschen Wahlrechtes. Etwa, dass der Bundeskanzler nicht direkt vom Volk gewählt, sondern von den Abgeordneten des Bundestages. So schreibt es der Artikel 63 des Grundgesetzes vor. „Durch die Wahl der Abgeordneten zum Bundestag bestimmen die Bürger also nur mittelbar darüber, wer Bundeskanzler wird“, erklärt der Jurist. Wahlplakate, auf denen die Kanzlerkandidaten zu sehen sind und sagen „Wählt mich“, seien also nicht so ganz richtig. Auch die fünf Wahlrechtsgrundsätze nach Artikel 38 des Grundgesetzes sind Teil von Manns Vorlesung. „Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt“, heißt es dort. Mann gelingt es, den durchaus anspruchsvollen Stoff mit an die eifrigen Jungstudenten zu vermitteln. Am Ende der Vorlesung geht Leonie mit 70 Prozent der abgegebene Stimmen als Siegerin aus der Wahl hervor. 26 Prozent der Stimmen bekommt Max aus der Jungenpartei, die Kandidatin der Mädchenpartei Josefine bekommt nur vier Prozent der Stimmen.

Die nächste Vorlesung in der Kinder-Uni befasst sich mit der Frage „Gibt es schwarze Löcher im Universum?“. Der Astrophysiker Prof. Wolfram Kollatschny will am Mittwoch, 6. Mai, zum internationalen Jahr der Astronomie über „Spannendes aus dem Weltraum“ berichten.

Michael Brakemeier

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