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Waldzustand in Göttingen im Fokus

Forstliche Versuchsanstalt Waldzustand in Göttingen im Fokus

In den achtziger Jahren war das Waldsterben ein großes Thema. Seitdem überprüft die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt jährlich den Zustand des Waldes in vier Bundesländern auf Rasterflächen, die mit Satellitentechnik ausgemessen wurden. Einer von 298 niedersächsischen Aufnahmepunkten liegt bei Reyershausen.

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Wie steht es um die Buche? Jörg Weymar blickt in die Kronen.

Quelle: Heller

Bovenden/Göttingen. „WZE“ für Waldzustandserhebung steht am Stamm der stattlichen Rotbuche oberhalb des Ratsburgbades.

„Das ist der zentrale Baum der Fläche“, sagt Jörg Weymar, als Bediensteter der Hessischen Landesforsten und Mitarbeiter der Forstlichen Versuchsanstalt zuständig für Außenaufnahmen und Kontrollen im Zuge der Waldzustandserhebung. Weymar und seine Kollegen erforschen den Wald in Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.

Bereits Ende Juli war ein beauftragtes externes Team in Reyershausen, um den Zustand der Buche und von ihr ausgehend 24 weiterer Bäume in Augenschein zu nehmen und Auffälligkeiten sorgfältig zu dokumentieren. „Wir legen großen Wert auf Vergleichbarkeit und schulen deshalb jährlich die Mitarbeiter der Unternehmen, die für uns unterwegs sind“, betont Weymar.

Er und seine Kollegen  von der Versuchsanstalt wiederum kontrollieren die Ergebnisse stichprobenartig und in besonders problematischen Beständen auf etwa zehn Prozent der Flächen. „Im Mittelpunkt der Waldzustandserhebung steht die Überprüfung der Vitalität des Baumes“, erklärt der 44-Jährige Nordhesse:

Wie steht es um den Blatt- oder Nadelverlust, gibt es Schäden durch Insekten oder Pilze, bilden sich Samen, deuten vergilbte Blätter auf Nährstoffmangel oder Ozonschäden, eingerollte Blätter auf Trockenheitsstress hin?

Auch im „Lichtkronenbereich“ – der von der Sonne beschienenen Baumspitze - der Reyershäuser Rotbuche haben sich bereits Blätter eingerollt, „das bedeutet etwa 25 Prozent Blattverlust“,meint Weymar, „eingerollte Blätter regenerieren sich nicht“. Ansonsten ist an dem Baum wenig auszusetzen, die Trockenheitsschäden halten sich noch in Grenzen.

„Das ist regional aber sehr unterschiedlich“, berichtet Weymar. So sei etwa das nordhessische Niederschlagsdefizit höher ausgefallen als das südniedersächsische, „und im Süden Hessens wird es noch schlimmer“.

Die Waldzustandserhebung ist Teil des sogenannten Forstlichen Umweltmonitorings, mit dem Einflüsse der Umwelt auf das Ökosystem Wald ermittelt werden sollen. Die Ergebnisse aller niedersächsischen Rasterflächen der Waldzustandserhebung fließen in einen Bericht ein, der jeweils zum Jahresende vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz herausgegeben wird.

Eines habe sich dabei im Lauf der letzten Jahrzehnte schon abgezeichnet, sagt Weymar. „Das Waldsterben ist nicht so drastisch verlaufen, wie in den achtziger Jahren  befürchtet.“

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