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War falsches Material Ursache für Explosion in Göttingen?

Suche nach Ursache geht weiter War falsches Material Ursache für Explosion in Göttingen?

Knapp vier Monate nach der verheerenden Gasexplosion in einem Haus am Rand der Göttinger Innenstadt geht es dem überlebenden Opfer „den Umständen entsprechend gut“. Die eigentliche Ursache der Verpuffung ist nach Kenntnis der Göttinger Stadtwerke unterdessen noch nicht geklärt.

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Bei der Gasverpuffung in einem Haus am Weender Tor im Februar starb eine 54-jährige Ärztin.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Offenbar gibt es aber Hinweise, dass die Gasleitung vor dem betroffenen Gebäude aus einem anderen Material bestand, als vorgesehen und in Unterlagen der Stadtwerke dokumentiert. Das bestätigte am Freitag die Sprecherin des Versorgungsunternehmens,  Claudia Weitemeyer.

Mitte Februar war im sogenannten Grotefendhaus am Weender Tor ausweichendes Gas verpufft, als Mitarbeiter eines Blutspende- und Wachdienstes im Hausflur einen Lichtschalter betätigten. Durch die Stichflamme erlitten eine 54-jährige Ärztin und ein damals 30-jähriger Wachmann schwerste Verbrennungen. Die Ärztin starb wenige Tage nach dem Umblick.  Dem Wachmann gehe es nach seinem Aufenthalt in einer Spezialklinik und einer anschließenden Reha inzwischen wieder verhältnismäßig gut, sagte Weitemeyer. Er sei wieder zuhause.

Unterdessen wird weiter untersucht, wie und warum das Gas in das Haus gelangen konnte – auch die Staatsanwaltschaft ermittelt. Nach bisherigen Kenntnissen war etwa 25 Meter entfernt von dem Gebäude aus einer Leitung unter dem Fußweg Gas ausgetreten und durch ein sogenanntes Leerrohr ins Haus gelangt. Warum die Leitung ein Leck hatte, ist bisher offiziell unbekannt.

Für die Untersuchung hätten die Stadtwerke den technischen Überwachungsverein (TÜV) Hannover als unabhängige Gutachterstelle eingeschaltet, so Weitemeyer. Dort gebe es Ergebnisse, „aber noch keine abschließenden Aussagen“. Nach „unbestätigten“ Hinweisen sei aber offenbar festgestellt worden, dass das Rohr aus einem anderen Material gefertigt war, als geplant und dokumentiert. Bisher gebe es zwar keinerlei Hinweise, dass das zu dem Unglück geführt haben könne. Trotzdem ließen die Stadtwerke zurzeit alle Gasleitungen überprüfen, die zur gleichen Zeit eingebaut wurden, so Weitemeyer. Die Rohre würden in verschiedenen Straßen im Stadtgebiet liegen und hätten eine Gesamtlänge von fünf bis sechs Kilometern.

Überprüft würden in den kommenden Wochen außerdem alle Gasleitungen, die unter einer Straßenlaterne verlaufen. Betroffen seien 13 Standorte. Hintergrund: Direkt über dem Leck stand ebenfalls eine Laterne. Es gebe zwar bisher keinen Hinweis, dass das Rohr bei ihrer Montage beschädigt wurde, aber „wir handeln vorsorglich“, so Weitemeyer. Für Bürger gebe es keinen Grund zur Sorge, „definitiv nicht“.

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