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Warnstreik im öffentlichen Dienst in Göttingen

900 Teilnehmern bei Kundgebung Warnstreik im öffentlichen Dienst in Göttingen

Etwa 900 Busfahrer, Kita-Erzieher, Müllwerker und andere Beschäftigte des öffentlichen Dienstes in Südniedersachsen haben am Mittwoch ihre Arbeit niedergelegt. In Göttingen fuhr kein einziger Stadtbus, Kitas blieben geschlossen. Die Beschäftigten fordern unter anderem mehr Gehalt. 

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Kundgebung am Bahnhof.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Etwa 900 beteiligten sich am Vormittag an zwei Demozügen mit anschließender Kundgebung vor dem Göttinger Bahnhof. Sie fordern in den laufenden Tarifverhandlungen unter anderem mehr Lohn und Gehalt.

In zwei großen Gruppen zogen  Streikende aus den Kreisen Göttingen, Northeim und Osterode am Vormittag durch Göttingen zu einer Kundgebung am Bahnhof. Bereits ab 4 Uhr hatten sich Busfahrer und Werkstattmitarbeiter vor dem Depot der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) postiert. An der verschlossenen Tür der Kita Grone verkündete ein großes

Plakat schlicht: „Streik“. Weil viele Schüler und Berufspendler ins Auto umgestiegen waren und die Demos zeitweise Straßen blockierten, gab es lange Staus. Vereinzelte Kunden, die vergeblich an einer Haltestelle auf einen Bus warteten, reagierten frustriert: „Das ist ja eine totale Scheiße, dann muss ich wohl zu Fuß in die Stadt gehen“, klagte die 18-jährige Egbal Kryezi. Die Göttinger Müllabfuhr blieb weitgehend unbeeinträchtigt, die Touren konnten nach Angaben eines Mitarbeiters der Entsorgungsbetriebe mit Ersatzpersonal besetzt werden. Im Landkreis blieb nach Angaben des Verwaltungssprechers in vier Dörfern Sperrmüll liegen. Die Kfz-Zulassungsstelle im Kreishaus blieb geschlossen.

Die Gewerkschaft Verdi hatte ihre Mitglieder im öffentlichen Dienst  zu dem eintägigen Warnstreik aufgerufen. Wie in anderen Städten auch, wollten sie vor den nächsten Tarifverhandlungen an diesem Donnerstag Druck machen. Verdi fordert unter anderem sechs Prozent mehr Gehalt für die Beschäftigten, eine Sicherung der betrieblichen Altersvorsorge und eine Anhebung der Ausbildungsvergütungen. Die Arbeitgeber haben eine Lohnerhöhung um drei Prozent angeboten, verteilt auf zwei Jahre.

Das Angebot werteten Redner während der Kundgebung als „Hohn, unverschämt und frech“. In allen öffentlichen Bereichen werde Personal abgebaut, zugleich kämen neue Aufgaben dazu: „Die Belastungsgrenze ist längst erreicht“, sagte Katja Wingelewski vom Verdi-Landesbezirk in Niedersachsen. Das Arbeitgeberangebot sei „eine Beleidigung und Geringschätzung unserer täglichen Arbeit“, so die Vorsitzende des Personalrates der Stadtverwaltung Göttingen, Sabine Banaschak. Bei 30 Milliarden Euro Überschuss in den öffentlichen Kassen dürften die Beschäftigten nicht mehr hinten anstehen, ergänzte  für die Verdi-Jugend Tim Kessling. Verdi-Sprecher Lothar Richter kündigte weitere Aktionen an, wenn die Tarifverhandlungen erneut scheitern sollten.

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