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Warten auf den Sommer in Göttingen

Thema des Tages Warten auf den Sommer in Göttingen

Am Sonntag, 21. Juni, ist kalendarischer Sommeranfang und damit der längste Tag des Jahres. Ab Montag werden die Tage dann schon wieder kürzer. Zum Start in den Sommer lässt sich in Südniedersachsen erst einmal die – etwas verspätete – Schafskälte messen. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) gibt es eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass zur Zeit der Schafskälte die Temperatur tatsächlich sinkt. Sie ist eine von mehreren meteorologischen Singularitäten, auch Lostage genannt. Der nächste ist der Siebenschläfertag.

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Quelle: dpa

Göttingen. Mehr geht nicht: Am Sonntag ist der längste Tag des Jahres, eigentlich sollte an diesem Tag von 4.58 bis 21.46 Uhr die Sonne scheinen. Wie es aussieht, wird sie aber nur zeitweise zu sehen sein. Die Wettervorhersage für den kalendarischen Sommeranfang ist weniger sommerlichen denn durchwachsen. Dafür verantwortlich ist kühle und feuchte Luft, die aus nordwestlicher Richtung nach Deutschland strömt. Um sommerliche Temperaturen von mehr als 25 Grad zu finden, muss man laut DWD „weit nach Süden schauen“, nämlich in Richtung Spanien, Italien und Griechenland. Für die Region Südniedersachsen ist zum Sommeranfang wechselhaftes Wetter mit Tages-Höchsttemperaturen von etwa 19 Grad vorausgesagt. In den vergangen Nächten wurden Werte nahe dem Gefrierpunkt gemessen – Sommer sieht anders aus. Immerhin: Der meteorologische Frühling, zu dem die Monate März, April und Mai zählen, war laut dem Deutschen Wetterdienst wärmer, sonniger und trockener als der langjährige Durchschnitt.

 

Wenn Spinnen weiben
Am Sonntag beginnt der Sommer. Wenn er sich in drei Monaten dem Ende neigt und noch einmal von seiner schönsten Seite zeigt, heißt das Altweibersommer. Seit einiger Zeit greift dafür auch in Deutschland der Begriff „Indian Summer“ um sich. Gemeint ist das Gleiche – eine Witterungsperiode mit Sonne, milden Temperaturen und den ersten Laubverfärbungen. Woher der Name kommt, ist nicht ganz geklärt. Möglicherweise nimmt er Bezug auf die Spinnenfäden, die im Tau dieser Tage sichtbar werden. Diese erinnern zum einen an das graue Haar alter Frauen. Das Wort „weiben“ bezeichnete im Althochdeutschen auch das Knüpfen der Spinnweben. bib/DPA
 
Nächste Woche: Siebenschläfer
Noch eine Woche, dann ist Siebenschläfertag: Am Sonnabend, 27. Juni,  geht es dann um Regen. Der alten Bauernregel nach soll das Wetter sieben Wochen lang so bleiben, wie es am Siebenschläfertag war: „Wenn’s am Siebenschläfer regnet, sind wir sieben Wochen mit Regen gesegnet.“ Statistische Auswertungen des Deutschen Wetterdienstes besagen, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit der Siebenschläferregel zwischen 62 und 70 Prozent liegt. In den USA und Kanada gibt es am 2. Februar den in einem Film von 1993 verewigten Murmeltiertag. Wenn das Tier an diesem Tag keinen Schatten wirft, die Sonne also nicht scheint, bleibt es der Legende nach noch sechs Wochen lang Winter. bib/DPA
 
Hoffen auf Hundstage
Wenn es zum Sommeranfang schon nicht so richtig mit dem Sommer und der Wärme klappt, denn vielleicht Ende Juli: Vom  Ende Juli an spricht man bei sommerlichen Hitzegraden von Hundstagen. Auch im gleichnamigen Film von 1975 muss sich Al Pacino in der New Yorker Sommerhitze (daher der Originaltitel Dog Day) mit einem Banküberfall herumplagen. Die vieljährigen Wetterstatistiken des Deutschen Wetterdienstes weisen allerdings ausgerechnet für den Kern-Zeitraum der Hundstage (28. Juli bis 7. August) in Mitteleuropa eher unbeständige Wetterlagen aus. bib/NEP
 
Verspätete Schafskälte
Eigentlich spricht man von der Schafskälte, wenn im Zeitraum vom 10. bis zum 12. Juni noch einmal feuchtkalte Meeresluft nach Deutschland gelangt. Die Werte der vergangenen Tage lassen allerdings eine leicht verspätete Schafskälte erkennen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Schafskälte tatsächlich eintritt, beträgt laut dem Deutschen Wetterdienst übrigens  80 Prozent –  für eine unterdurchschnittliche Lufttemperatur.  Überdurchschnittlicher Niederschlag tritt mit einer Wahrscheinlichkeit von 55 Prozent ein. Der Name Schafskälte kommt daher, dass  Schafe dann bereits häufig geschoren sind und unter der Kälte leiden. bib/PH
 
Stichtag Eisheilige
Schafskälte zu Sommerbeginn, Frost im Mai: Jeder, der einen Garten oder zumindest Balkonblumenkästen bepflanzt, kennt – ebenso wie die Landwirte der Region –  die Eisheiligen: Mamertus 11. Mai, Pankratius 12. Mai, Servatius 13. Mai, Bonifatius 14. Mai und die Kalte Sophie am 15. Mai sind die Stichtage, wenn es darum geht, frostempfindliche Pflanzen ins Freie zu bringen. In diesem Jahr gingen die Temperaturen in Göttingen am 14. Mai zurück, am 16. Mai fielen sie bis nahe null Grad.  In den letzten Jahren sind die Eisheiligen, vor allem in Süddeutschland, laut Deutschem Wetterdienst allerdings oft ausgeblieben. bib/NE
 
„Mehr als 30 Grad müssen es auch nicht sein“
Göttingen. Trüber Sommeranfang: Etwas höhere Temperaturen als jetzt wünschen sich fast alle Göttinger, wie eine Umfrage zeigt. Marco Diers (27) würde es persönlich reichen, wenn es angenehm warm wird, und ab und zu ein wenig Regen fällt. Natürlich sei es schön, mit kurzer Hose und T-Shirt rausgehen zu können, aber wenn man es heiß haben wolle, könne man ja auch in den Süden fliegen. Auch Daniela Dawidson-Friedrichs (51) wäre mit 25 Grad vollauf zufrieden. Dann könne man im Garten sitzen, sich mit Freunden treffen und andere Städte angucken. „Es darf aber gerne wärmer sein als jetzt, vor allem, weil es ab Sonntag ja auch wieder bergab geht mit dem Hellsein“, fügt sie hinzu. Anja Sur (35) findet auch Temperaturen um die 25 Grad am besten. „Im Sommer arbeite ich dann gerne im Garten, gehe Radfahren oder wandern“, sagt sie. Vincent Henne (22) wünscht sich einen sonnigen Sommer. „Mehr als 30 Grad müssen es auch nicht sein.“ Hauptsache, man könne zum See fahren und draußen feiern. Karl Jendral (31) wünscht sich dagegen, dass es „richtig warm, so 30 bis 35 Grad“ wird. Im Sommer fliege er nach Griechenland und Portugal. In Göttingen gehe er viel raus, zum Beispiel mit seinem Sohn zu den umliegenden Seen, oder er pflege seinen Garten. Am Sonntag, dem offiziellen Sommeranfang, feiert er mit seiner Mutter ihren Geburtstag und wünscht ihr auch auf diesem Weg alles Gute. adb
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