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Warten auf die Grippewelle in der Region Göttingen

Bislang nur gripppale Infekte Warten auf die Grippewelle in der Region Göttingen

Von einer Grippewelle in der Region kann derzeit (noch) keine Rede sein. Es gibt zwar eine deutlich angestiegene Zahl grippaler Infekte, doch die echte Grippe ist bislang ausgeblieben.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Statistisch relevant seien ohnehin nur die Fälle, die durch einen Rachenabstrich durch den behandelnden Arzt belegt worden seien, sagt Eckart Mayr, Chef des Göttinger Gesundheitsamtes. 20 Fälle seien in den vergangenen Wochen dem Gesundheitsamt angezeigt worden. Doch auch diese seien keine Grippeviren gewesen, sondern harmlosere Influenza-Viren.

Zwar habe es in den vergangenen Wochen mehr Fälle gegeben als im gesamten vergangenen Jahr, aber auch dieser Anstieg sei nicht als Grippewelle zu missdeuten. Ohnehin seien die Zahlen nur von sehr begrenzter Aussagekraft, denn: „Es gibt eine ganz große Dunkelziffer“ - nämlich die derjenigen Personen, die zwar infiziert sind, sich aber keinen Rachenabstrich abnehmen lassen und sich schlicht ins Bett legen.

In der Praxis der Göttinger Allgemeinärztin Yvonne Echegoyen ist das Wartezimmer voll – aber nicht wegen Grippe, sondern „mit sehr vielen viralen Infekten“. Ein an der echten Grippe erkrankter Patient sei noch nicht aufgetaucht.
Im Universitätsklinikum beobachten die Ärzte das virale Geschehen aufmerksam. Dort registriert man, erklärt Sprecher Stefan Weller, bei Patienten „ein verstärktes Aufkommen der Grippeerkrankungen, auch wenn es noch keine dramatischen Formen annimmt.“

In der Interdisziplinären Notaufnahme gebe es noch keine auffällige Zahl von Influenzapatienten, „insofern befinden wir uns vermutlich noch in einer Vorphase. Die Stabsstelle Krankenhaushygiene und Infektiologie hat bereits das ärztliche und pflegerische Personal der Universitätsklinik präventiv auf die vermutete Grippewelle vorbereitet.“ Auch unter dem Personal gebe es zunehmende Krankmeldungen. Ob diese Fälle grippebezogen sind, sei allerdings unbekannt.

Auch im Evangelischen Krankenhaus Göttingen-Weende registrieren die Ärzte ein erhöhtes Patientenaufkommen. „Derzeit“, sagt Krankenhaussprecher Stefan Rampfel, „kommen viele Patienten mit Atemwegsinfektionen und viralen grippalen Infekten in die Zentrale Notaufnahme des Krankenhauses. Rampfel: „Da aber routinemäßig kein Virennachweis durchgeführt wird, können wir nicht sagen, ob es sich um die Grippe handelt. Dr. Tobias Harder, Ärztlicher Leiter der ZNA, hat nicht den Eindruck, dass es sich um eine Epidemie handelt.“

Grippe oder Erkältung?

Umgangssprachlich wird zwischen einem grippalen Infekt und Grippe oft nicht unterschieden, weil wenigstens auf den ersten Blick die Symptome ähnlich sind. Aber: Die Erkrankungen werden von unterschiedlichen Erregern verursacht, und auch die Krankheitsverläufe sind völlig unterschiedlich.

Die Grippe – auch Influenza genannt – wird durch das Influenzavirus ausgelöst. Diese Viren verändern sich ständig, so dass ein erworbener Immunschutz durch eine durchgemachte Erkrankung wenig nützt. Daher müssen Impfungen jährlich erneuert werden. Die Symptome: Fieber bis zu 41 Grad, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Gliederschmerzen, Husten und Schnupfen.

In ihrer schwersten Form führt die Grippe zu Lungenentzündung. Bei älteren Menschen, und Personen mit geschwächtem Immunsystem kann die Infektion tödlich verlaufen. Zwischen 1918 und 1920 starben weltweit 25 bis 50 Millionen Menschen an der sogenannten spanischen Grippe.

Ein grippaler Infekt ist hingegen nichts anderes als eine Erkältung. Etwa 200 verschiedene Virusarten können Auslöser sein. Wegen dieser Vielfalt ist eine Schutzimpfung  hier unmöglich. Übertragen werden die Viren meist durch Tröpfcheninfektion – beim Reden, Niesen oder Husten.

Die Folgen: Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Schnupfen, Niesreiz, Kopf- und Gliederschmerzen und leichtes bis mittelschweres Fieber. Die Infektion verläuft bei weitem nicht so schwer wie bei der echten Grippe.

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