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Warum die Dampflok Dampflok heißt

Bahnhofsfest Warum die Dampflok Dampflok heißt

Es war nicht der Morgendunst, der Sonntagfrüh das Tal zwischen Lenglern und Adelebsen schwer vernebelte. Nach langer Pause war wieder ein Dampfzug auf der seit 100 Jahren bestehenden Strecke Göttingen-Bodenfelde unterwegs. Noch eine halbe Stunde nach Durchfahrt lag der strenge Kohlengeruch in der Luft.

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Genau wie früher: Dampfbetrieb zwischen Göttingen und Adelebsen.

Quelle: Heller

Erste Station nach der Abfahrt in Göttingen: Adelebsen, wo mit Musik, Ständen und einer Sonderausstellung im Steinarbeitermuseum das Bahnhofsfest zum 100-jährigen Bestehen der Strecke Göttingen-Bodenfelde gefeiert wurde. Auch dort war die Hauptattraktion die Mehrzweck-Dampflok der Baureihe 52 samt der passenden Personenwagen aus der Wirtschaftswunderzeit. Das schwarze Ungetüm zog am Adelebser Bahnsteig, aber auch entlang der Strecke Tausende an. Lokführer Heiner Mühlberg sorgte mit der 1943 bei Borsig in Berlin gebauten 52 1360-8 zur Freude der Besucher für riesige Dampfwolken, als es zum Wasserfassen ging.

Nach der langen Dampf-Pause auf der Bodenfelder Bahn – die letzte reguläre Dampflok fuhr im Jahre 1975 – hat das Basiswissen über die früher allgegenwärtigen Loks allerdings etwas nachgelassen. Kurzer Dialog am Bahnsteigrand angesichts der qualmenden Lok: „Durch den Wasserdampf fährt die. Wie genau, ist mir allerdings nicht klar.“ Replik: „Na, mit Dampf. Deshalb heißt sie ja auch Dampflok.“
Stadt den Blick zurück auf die Geschichte zu richten, nutzten die Vertreter von Bündnis Bahn für alle, dem Netzwerk Attac und dem Verkehrsclub Deutschland das Bahnfest, um Forderungen für die Zukunft der Bahnstrecke zu stellen: Sie wünschen sich die Umsetzung der seit Jahren versprochenen Aufrüstung der Sicherheitstechnik entlang der Strecke und eine 100-Stundenkilometer-Verbindung im Stundentakt.

Von Matthias Heinzel

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