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Waschbären breiten sich weiter aus

Kreis Göttingen landesweit an der Spitze Waschbären breiten sich weiter aus

Vor rund 80 Jahren wurden am nordhessischen Edersee zwei Waschbär-Pärchen freigelassen. Inzwischen haben sich die eigentlich in Nordamerika beheimateten Tiere auch in Niedersachsen und dort vor allem im Landkreis Göttingen fast flächendeckend ausgebreitet.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Der Waschbär erobert Niedersachsen: Die Tiere breiten sich landesweit immer stärker auch nach Norden und Westen aus. Das lässt sich aus der neuen Rekordzahl der erlegten Waschbären schließen. Landesweit wurden im abgelaufenen Jagdjahr 2014/2015 fast 9900 Tiere zur Strecke gebracht, gut 1400 mehr als im Vorjahr und fast 500 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2012/2013, wie aus dem aktuellen Landesjagdbericht des Agrarministeriums hervorgeht.  Die Abschusszahlen lassen nach Angaben der Landesjägerschaft Rückschlüsse auf die Anzahl aller Tiere zu. Die Experten gehen davon aus, dass auf jedes erlegte Tier eine Vielzahl lebender Waschbären kommt. Vor zehn Jahren waren erst 2400 Waschbären in Niedersachsen geschossen worden. Inzwischen gibt es das Tier auch in weiten Bereichen im Westen und Norden des Landes, lediglich in den Kreisen Aurich, Friesland, Oldenburg und in der Wesermarsch wurden noch keine Waschbären erlegt.  Am weitesten verbreitet sind die Tiere, die bis zu 65 Zentimeter groß und bis zu zwölf Kilogramm schwer werden, ganz im Süden Niedersachsens. Die mit Abstand meisten Bären wurden im Landkreis Göttingen (2090) erlegt, gefolgt von Lüchow-Dannenberg (1742) und Northeim (1316).   Der Spitzenplatz des Landkreises Göttingen lässt sich mit der geografischen Nähe zum nordhessischen Edersee erklären. Dort wurden im Jahr 1934 zwei Paare der ursprünglich aus Nordamerika stammenden Tiere ausgewildert. Seither breiten sich die Waschbären von dort kommend immer weiter aus, 1952 wurden sie erstmals in Hardegsen im Landkreis Northeim nachgewiesen.  Bedrohlich ist der Waschbär für Niederwild und Singvögel, schreibt Wildtierforscher Egbert Strauß im Landesjagdbericht. Der Allesfresser plündere aber auch die Nester von Greifvögeln oder Schwarzstörchen und mache sich über Fische, Unken und Kröten her. Dabei hätten sich die Tiere eine neue Nahrungsquelle erschlossen, berichtet der Forscher: Die Bären wandern an Krötenzäunen entlang und leeren dort die Fangeimer.  Auch für Menschen werden Waschbären zunehmend zum Ärgernis, meint der Experte: Etwa wenn sie Obstbäume plündern oder in Hausdächern ihr Unwesen treiben. dpa 

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