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Wasseraction und Katzensprünge

Thema des Tages Wasseraction und Katzensprünge

Tageblatt-Mitarbeiterin Hannah Scheiwe hat das Mitmachangebot beim Erlebnis Turnfest getestet.

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Hannah Scheiwe versucht sich am Headis - einer Art Tischtennis mit dem Kopf.

Quelle: Swen Pförtner

Göttingen. Nach vorn beugen, die Hände mit dem Griff zur Hüfte ziehen, so lauten die Anweisungen. Doch als das Seil, an dessen Griff ich auf meinem Kneeboard - einer Form des Wasserski - hänge, Spannung aufbaut, ist jede Anweisung vergessen. Meine Hände werden nach vorne gezogen, ich komme aus dem Gleichgewicht, kann mich gerade noch retten, dann bin ich schon am Ende der 40 Meter langen Wasserbahn. Sie ist eine Station von vielen Mitmachangeboten auf dem Erlebnis-Pfad vom Gänseliesel bis zum Kiessee.

Abkühlung für zwischendurch

„Das könnte ein Brenner werden“, spricht Markus Hörnschemeyer vom Wasserskiclub Alfsee Rieste, der die Station betreut, über das Wasserskibecken auf dem Schulhof des Felix-Klein-Gymnasiums. Kein Wunder: Bei dem heißen Wetter am Freitagvormittag bietet die rasante, aber kurze Fahrt eine schöne Abkühlung. Ich will am liebsten gleich noch eine Runde fahren - bin aber leider nicht die einzige.

Zum Glück gibt es auf dem Schulhof noch mehr zu erleben, zum Beispiel Headis - eine Art Tischtennis, nur dass man den großen Ball mit dem Kopf über die Platte bewegen muss. Yanneck Keßel, der beim ASC 46 Göttingen Headis spielt, zeigt mir, wie ich die Angabe mache. Den Ball hochwerfen und ihn dann köpfen, aber: „Nicht so doll mit dem Kopf stoßen, die Bewegung kommt aus den Beinen und dem Po“, sagt Keßel.

Balanceakt auf dem Barren

Meine Angaben misslingen anfangs allesamt - entweder ich treffe den Ball gar nicht oder er prallt gegen das Netz. Doch wenn der Ball im Spiel ist, läuft es. „Dafür kannst du dich feiern“, sagt Keßel als ich einen Netzroller schaffe - und Marisa Kühn, gegen die ich spiele, den Ball nicht bekommt. Feiern wäre vielleicht übertrieben, aber allmählich fängt mir das Spiel an, Spaß zu machen.

Jetzt will ich aber endlich meine Turnkünste erproben. An der Station des Tuspo Weende erwartet mich neben einem Schwebebalken, auf dem sich Kinder eine Kissenschlacht liefern, ein Parallelbarren. Im Stütz soll ich mich darüber hangeln, mit einer Flasche zwischen den Beinen, ohne diese zu verlieren - „eine Balanceübung“, so Frank Königstein vom Tuspo. Kein Problem. Nun soll ich die Beine bei der Übung nach vorne halten. Während die ersten Griffe noch sitzen, werden meine Arme nach und nach zittriger, mein Bauch ist angespannt, aber ich halte durch - und bin froh, dass der Barren nicht lang ist.

Katzengleich über den Kasten

Nun ist der Handstand-TÜV dran: Drei Sekunden Handstand halten, eine halbe Drehung und dann noch drei Schritte gehen, das sind die Anforderungen, um eine Urkunde zu bekommen. Die drei Sekunden halten kriege ich - es ist fast ein Wunder -hin, der Rest klappt nur mit Hilfestellung.

Um Turnen im weitesten Sinne geht es an der Parkour-Station, wo sogenannte Traceure zeigen, wie man Hindernisse schnell und in flüssigen Bewegungen überwindet. „Katze“ heißt ein Sprung über einen Kasten, den die 21-jährige Emma Fütterer mir zeigt. Bei ihr sieht er tatsächlich leichtfüßig wie bei einer Katze aus. Ich schaffe es nicht in einem Fluss über das Hindernis, muss auf dem Kasten aufsetzen, bevor ich auf der anderen Seite lande - und fühle mich eher wie ein zu dicker Kater.

Von Hannah Scheiwe

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