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Gute Entwicklung des Bienen-Bestandes

Keine negativen Auswirkungen Gute Entwicklung des Bienen-Bestandes

„Für viele Imker war 2016 ein gutes Bienenjahr“ - so die Bilanz des Vorsitzenden des Göttinger Imkervereins Uwe Dzeia. Entgegen der Annahme vieler Laien sei gerade die Mischung aus Regen und Sonne in diesem Sommer gut für die Tiere gewesen.

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Uwe Dzeia kümmert sich in Göttingen um 20 Völker der Bienenrasse „Carnika“.

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. Uwe Dzeia ist seit 34 Jahren passionierter Hobby-Imker. Seit 1983 ist er Mitglied im Imkerverein Göttingen, seit 25 Jahren erster Vorsitzender. „Die Bienenvölker haben sich im Leinetal gut entwickelt. Sie sind stark.“ Dzeia zufolge gebe es keinen großen Unterschied zur Entwicklung in den vorangegangenen Sommern. Der Bestand habe mit der gestiegenen Zahl an Imkern sogar eher zugenommen, sagt er.

Die Bienen bräuchten eine Mischung aus Regen und Sonne, so wie in diesem Sommer. Während eines trockenen, heißen oder schwülen Sommers fänden sie weniger Nektar, erklärt der Hobby-Imker. Feuchtigkeit im Boden ist wichtig für die Nektarproduktion einer Pflanze.

Von einigen seiner Imker-Kollegen habe er gehört, dass die Honigproduktion abgenommen habe, von anderen wiederum, dass die Bienen in diesem Jahr sehr viel mehr Honig produzierten als im vergangenen Jahr. „Ich hatte nur in dieser Sommertracht, also während der Sommermonate, etwas weniger Honig, aber ich kann nicht sagen, dass es ein schlechtes Bienenjahr für mich war.“

Solange es keine wochenlange Regenperiode gebe und die Tiere deswegen nicht nach draußen könnten, gehe es den Bienen gut, erklärt der Reinhäuser und ergänzt: „Ein oder zwei Tage Regen sind nicht schlimm. Dann kommt es nicht zu einer erhöhten Schwarmstimmung.“ Diese entsteht, wenn zu viele Bienen auf engstem Raum zusammen sind und die Bienen dadurch gestresst werden.

Dzeia kümmert sich an drei Standorten in Göttingen und Umgebung um 20 Völker der Bienenrasse „Carnika“ und damit um etwa eine Million Bienen. Die Imkerei findet der 68-Jährige faszinierend: „Das Interessante an Bienen ist für mich das System des Bienenvolkes.“ Es sei sehr gut organisiert und jede Biene habe ihre Aufgabe. Außerdem gehören sie zu den wenigen Insekten, die auch im Winter überleben.

Eine Gefahr für den Bienenbestand stelle die Varroamilbe dar. „Seit Anfang der 1980er Jahre hat sich dieser Parasit verbreitet. Das ist ein weltweites Problem“, erläutert Dzeia. „Die Milbe frisst sozusagen das Volk auf.“ Den Milbenbefall bekämpfe er durch das Ausschneiden der Drohnenwabe mit der befallenen Drohnenbrut, mit Ameisensäure oder im Winter mit Oxalsäure. „Es ist zwar ein Problem, aber wir haben es ganz gut im Griff“, so der Hobby-Imker.

Der Bienenstaat

In einem Bienenstaat leben Arbeitsbienen, Drohnen und eine Königin. Die Arbeitsbienen machen den größten Teil aus. Ihre Aufgaben sind unter anderem das Reinigen der Wabenzellen für den künftigen Nachwuchs, das Füttern der Königin und der Bienenlarven und die Weiterverarbeitung und Lagerung des Honigs. Die Drohnen sind männliche Bienen, die die einzige Aufgabe haben, die Königin zu befruchten. Nach der Befruchtung sterben sie. Die Königin wird etwa fünf Jahre alt. Sie ist die einzige Biene im Stock, die die Nachkommenschaft sichern kann. aa

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