Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Weg in eine bespielbare Stadt

Podiumsrunde über öffentlichen Raum Weg in eine bespielbare Stadt

Gespielt wird überall - an unzähligen Geräten. Und Senioren finden Platz zum Ruhen - ohne Stress mit Autos. Mit solchen Angeboten ist Griesheim als „bespielbare und besitzbare Stadt“ berühmt geworden. Über das Konzept referiert dessen Erfinder, Bernhard Meyer, in der Reihe „Wie wollen wir … wohnen?“ der Göttinger Grünen.

Voriger Artikel
Der Soundtrack zur EM
Nächster Artikel
„Thema ist sehr fern“

Bespielbar: die Göttinger Lok in der Fußgängerzone.fotohinweis

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. Für den emeritierten Professor im Fachbereich Sozialpädagogik gilt eine Maxime: „Wir müssen von den Nutzern lernen, von ihren Bedürfnissen und Wegen in der Stadt.“ Wenn dann eine Kommune die richtigen Schlüsse zieht, entstehe ein Umfeld, in dem die Menschen gerne leben und wohnen. In seiner Heimatstadt Griesheim hat Meyer die Wege der Bürger beobachtet - vor allem die der Kinder. Ihre Schulwege und Spielbereiche. An all diesen Wegen hat die Stadt dann unzählige Spielgeräte aufgestellt - seit 2009 gilt Griesheim als erste „bespielbare Stadt Deutschlands“.

In unserer Gesellschaft geben „die Starken und Schnellen“ den Ton an, sagt Meyer, sie bestimmen typisch städtische Strukturen mit breiten Straßen und schmalen, unattraktiven Fußwegen. Eine lebenswerte Stadt müsse „den Langsamen wie Kindern, Alten und Behinderten wieder eine begehbare Stadt“ bieten. Unter dieser Prämisse ist Meyer mit Griesheim noch einen Schritt weiter gegangen: Sie haben aus der „bespielbaren“ auch eine “besitzbare Stadt“ gemacht - mit Findlingen, Bänken und vielen anderen Sitzgelegenheiten im öffentlichen Raum - und vor allem mit mehr öffentlichen Raum, wo sich Menschen unterhalten, wo sie pausieren und im Stil eines „kommunalen Kinos“ einfach gucken können. 170 000 Euro haben beide Projekte zusammen in Griesheim gekostet - eine Stadt mit 30 000 Einwohnern. Göttingen ist größer, aber entscheidend sei, „dass man anfängt“, empfiehlt Meyer.

Öffentlicher Raum in urbanen und qualitätsvollen Quartieren einer lebenswerten Stadt steht auch im Mittelpunkt einer Podiumsrunde der Grünen-Ratsfraktion am Mittwoch, 15. Juni, ab 19 Uhr im Neuen Rathaus. Diskustieren werden Meyer, Susanne Stobbe vom Stadtelternrat, der Fraktionschef der Rats-Grünen, Rolf Becker, Stadtbaurat Thomas Dienberg und Thomas Schremmer, Bauexperte der Grünen im niedersächsischen Landtag.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Thema des Tages: Steinträume aus der Toskana