Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 11 ° Regen

Navigation:
Weiches Wasser ist 25 Cent teurer

Wasserverbandspläne Weiches Wasser ist 25 Cent teurer

Mindestens 25 Cent teurer wird jeder Kubikmeter, wenn die Gemeinde Friedland künftig mit enthärtetem Wasser versorgt werden soll. Das hat Michael Zech vom Planungsbüro Rinne dem Rat Friedland vorgerechnet.

Er stellte die möglichen Varianten vor, wie die zurzeit noch mit teils extrem hartem Wasser belieferten Ortschaften in den Genuss weichen Wassers kommen könnten.
Weich ist derzeit das Trinkwasser nur in Deiderode (aus Tiefbrunnen Neuenrode) und Mollenfelde (eigene Quelle, Anschluss an Neuenrode wird geprüft). Mittelharte Brunnen haben Reiffenhausen (Gesamthärte 11,7) und Ludolfshausen/Lichtenhagen (13,8). Die beiden Brunnen Friedland liefern mit 26 Gesamthärtegraden ebenso hartes Wasser wie die Quelle Reckershausen (26,8). Die Quelle Ballenhausen weist 40,6 Härtegrade auf.

Zunächst prüft der Wasserverband Leine Süd auf Anregung aus der Bevölkerung, ob eine Enthärtungsanlage am Wasserwerk Friedland die dortigen Brunnen sowie den Ertrag der Quelle Reckershausen enthärten kann. Das wäre bis 2013 möglich, würde 0,7 Millionen Euro für die Enthärtung und 0,45 Millionen für eine Wasserwerkserneuerung kosten. Für sämtliche Abnehmer – auch für die, die bereits weiches Wasser haben – würde das 0,25 Euro mehr je Kubikmeter ausmachen. Von 370 000 Kubikmeter Wasserabnahme im Gemeindegebiet gingen 194 000 Kubikmeter durch die Enthärtung. Versorgt würden damit Reckershausen, Friedland, Elkershausen und Groß Schneen.

Teurer würde es, sollen auch Ballenhausen, Stockhausen und Niedernjesa weicheres Wasser erhalten. Hier gibt es drei Varianten: Die teuerste (bis 0,9 Millionen Euro) und technisch problematischste wäre eine eigene Enthärtungsanlage für die relativ unergiebige Quelle Ballenhausen (plus 44 Cent/Kubikmeter). Hier wäre wegen hohen Kalzium- und Sulfatanteils im Quellwasser starker Chemieeinsatz nötig. Der Wasserdruck würde sich nicht verbessern.

Preiswerter (plus 36 Cent) und schneller zu realisierten (bis 2013) wäre ein Anschluss an die Verbundleitung Obernjesa, die mit enthärtetem Wasser aus dem Rosdorfer Netz (Tiefenbrunn) versorgt wird. Eine Leitung würde 250 000 Euro kosten, zwei Druckerhöhungsanlagen sind aber nötig.

Mit 323 000 Euro Investition für 1,7 Kilometer neuer Leitung vom Hochbehälter Groß Schneen wäre der Anschluss der Nord-Dörfer ans Friedländer Netz am günstigsten (plus 31 Cent). Weil der Groß Schneer Behälter hoch liegt, kann der in Stockhausen aufgegeben werden, und der Druck würde sich in Stockhausen und Niedernjesa dennoch erhöhen. Sowohl die Brunnen Friedland, als auch die dortige Enthärtungsanlage würden die zusätzlichen Mengen leisten können.

Vorteile

Weicheres Wasser, auch wenn es unter Energieaufwand enthärtet werden muss, senkt den Energieverbrauch für die Warmwasseraufbereitung um bis zu 25 Prozent. Chemische Reinigungsmittel und Kalkentferner lassen sich fast völlig einsparen. Wasch- und Spülmittel, Shampoo und Badezusätze können sparsamer eingesetzt werden (Ersparnis bis 50 Prozent). Ebenso kann bei Hautcremes und Körperlotionen gespart werden. Für Waschmaschinen, Kaffee- und Wasserkocher sowie für neue wasserführende Leitungsinstallationen gilt eine bis zu 40 Prozent längere Lebenszeit. Das gilt auch für Armaturen und Duschkabinen. Weil sie weitgehend kalkfrei bleiben, ist auch der Reinigungsaufwand erheblich geringer. Tee und Kaffee sollen überdies aromatischer schmecken.

Nachteile

Außer dem höheren Preis, den die Enthärtung stark mineralhaltigen Wassers mit sich bringt, spricht ein möglicher gesundheitlicher Nachteil gegen weiches Wasser. Britische Studien belegen eine höhere Häufigkeit von Herz-Kreislauferkrankungen bei Genuss stark entmineralisierten Trinkwassers. Allerdings werden gesundheitlich wichtige Mineralien nicht allein mit Wasser aufgenommen. Das Friedländer Wasser soll auch nicht entmineralisiert, sondern nur ein Teil enthärtet und mit unbehandeltem vermischt werden. Als möglich gelten überdies Schäden an alten Rohrleitungen (Kupfer- und Bleileitungen) bei Umstellung auf weicheres Wasser. Kalkablagerungen können nämlich auch den Effekt haben, Leitungen von innen zu schützen. Wer jetzt schon eine eigene Enthärtungsanlage betreibt, hat von der zentralen Anlage keinen Vorteil.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Ratssitzung

Die Rosdorfer haben es, viele Friedländer wollen es: weiches Wasser. Jetzt befasste sich der Rat der Gemeinde Friedland erneut mit dem viel diskutierten Thema. Dabei ging es allerdings noch nicht um einen Beschluss für oder gegen das kalkarme Trinkwasser, sondern wie das weitere Verfahren ablaufen soll.

mehr
Bilder der Woche vom 16. bis 22. September 2017