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Weihnachtssterne sind anspruchsvoll – und dennoch beliebt

Teurer Spaß Weihnachtssterne sind anspruchsvoll – und dennoch beliebt

Trotz einer jährlichen Verkaufsdauer von nur rund acht Wochen ist der Weihnachtsstern eine der beliebtesten Zimmerpflanzen der Deutschen. Eine seltsame Beziehung, denn das auch Poinsettie genannte Wolfsmilchgewächs schätzt eigentlich das wärmere Klima seiner ursprünglichen Heimat Mexiko – und alle Jahre wieder fliegt die eigentlich mehrjährige Pflanze nach nur wenigen Wochen schon im Januar auf den Müll.

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Rotes Meer: Weihnachtssterne in Moringen.

Quelle: Rohde

Moringen. Dabei ist die Zucht in Deutschland kosten- und energieintensiv. Olaf Bergmann aus Moringen nimmt die Mühen der Aufzucht trotzdem auf sich – zumindest noch in diesem Jahr.

In der Region ist er damit mittlerweile fast alleine. Die Arbeit begann für ihn schon Anfang August. Dann kamen 20 000 bewurzelte Stecklinge – aus Kenia. Die mussten von Bergmann bei einer Temperatur von 18 bis 20 Grad und einer Dunkelphase von acht Wochen gepflegt werden.

Denn als sogenannte Kurztagspflanzen färben sich Weihnachtssterne nur dann, wenn sie nicht mehr als zwölf Stunden Lichteinfall erhalten. Obwohl es mittlerweile zahlreiche Züchtungen gibt, beschränkt sich Bergmann nicht nur aus ökonomischen Gründen auf die Farben Rot und Weiß. Rot gehe nach wie vor am besten.

In jede Pflanze hat er 40 Cent Energiekosten gesteckt. Wenn er nicht mit Anthrazitkohle heizen würde, wären es sogar 60 bis 80 Cent, schätzt der Gärtnermeister. Viel Aufwand und lange Transportwege, die sich in dieser Größenordnung nicht immer rechnen. „Im kommenden Jahr müssen wir das sein lassen, beziehungsweise weniger produzieren”, sagt Bergmann kopfschüttelnd.

„Aber das ist wohl Geschmackssache“

Ähnlich denkt auch Gärtnermeister Michael Kuska aus Göttingen. „Wir ziehen schon länger keine Weihnachtssterne mehr, weil es zu heizkostenintensiv ist.“ Zudem gebe es noch mehrere beliebte Weihnachtspflanzen, die einfacher kultiviert werden könnten, wie zum Beispiel die Christrose oder Amaryllis.

Natürlich hat auch Kuska Weihnachtssterne im Angebot, die kommen aber aus einem spezialisierten Betrieb bei Kassel. Der Kult um die Pflanze treibt mitunter seltsame Blüten: In den Vorjahren seien mit Glitzerstaub bestreute Exemplare besonders beliebt gewesen, sagt Kuska. „Aber das ist wohl Geschmackssache.“ 

Von Jonas Rohde

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