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Weiter Kampf gegen Herkulesstaude in Göttingen

Giftiger Riese Weiter Kampf gegen Herkulesstaude in Göttingen

Die Wirkung des Gifts zeigt sich unter der Einwirkung von Sonne: Wer mit dem Riesen-Bärenklau in Kontakt kommt, kann böse Verletzungen davontragen. 13 Fälle wurden 2015 im Giftinformationszentrum (GIZ) Nord registriert. Der Zuwanderer aus dem Kaukasus wuchert überall in der Region. Leineverband und Stadt Göttingen bemühen sich, seine Verbreitung einzudämmen.

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In vielen Bereichen wird gegen den Riesen-Bärenklau ein Herbizid eingesetzt.

Quelle: dpa

Göttingen. Heimisch ist der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum) in Deutschland nicht. Als Neophyt hat die auch Herkulesstaude genannte Pflanze hier aber ideale Bedingungen gefunden, sich zu vermehren. Zehn Jahre können die Samen im Erdreich ruhen, bis sie keimen. Die Furocumarine in ihrem Saft reagieren unter Sonnenlicht auf der Haut phototoxisch und lösen verbrennungsähnliche Reaktionen aus. Jährlich berate das GIZ in rund 20 Fällen von Vergiftungen durch den Riesenbärenklau, sagt Dr. Andreas Schaper, Leiter des Zentrums.

Weil die Herkulesstaude nicht nur giftig sondern auch raumgreifend ist und durch ihre rasche Ausbreitung Menschen, einheimische Pflanzen- und Tierarten gefährdet, wird sie bekämpft. Seit fünf Jahren spüren Manfred Dörnte, Gebietsleiter des Leineverbandes und seine Kollegen den Beständen an südniedersächsischen Wasserläufen nach und behandeln die Pflanzen mit dem Herbizid Garlon 4, „seitdem ist der Riesen-Bärenklau deutlich zurückgegangen“, berichtet Dörnte.
Auch die Stadt Göttingen hat sich für 2015 durch Antrag bei der Landwirtschaftskammer nach ersten Erfolgen im vergangenen Jahr zwei Spritzeinsätze mit Garlon 4 genehmigen lassen. „Die Aktion im vergangenen Jahr zeigt erste Erfolge, die Besatzdichte innerhalb der Bestände ist nach Angaben der Kollegen vor Ort bereits leicht zurückgegangen“, sagt Detlef Johannson, Sprecher der Göttinger Stadtverwaltung. Sämtliche Bestände würden über mehrere Jahre kontrolliert und weiterbehandelt, „bis wir sie eventuell auch ohne das Herbizid kontrollieren können“.

Sowohl Stadt als auch Leineverband empfehlen auch privaten Grundstückseignern, die Pflanzen zu entfernen – mit Handschuhen und Schutzkleidung. Wenn Sie bereits ausgewachsen seien, müssten die Blüten entfernt und am besten verbrannt werden, betont Dörnte. Wer Pflanzen ausgrabe, solle die Knolle mindestens zur Hälfte mit entfernen und regelmäßig kontrollieren, ob sie nicht wieder ausschlägt, rät Johannson.

Informationen über den Umgang mit der Herkulesstaude sind unter anderem auf der Homepage der Stadt Göttingen oder der Landwirtschaftskammer unter lwk-niedersachsen.de zu finden.

Info: Was tun bei Kontakt?

Wer den Riesen-Bärenklau – auch Herkulesstaude – von seinem Grundstück entfernen will. sollte Handschuhe und langärmlige Kleidung tragen, sagt Dr. Andreas Schaper, einer von zwei neuen Leitern des Giftinformationszentrums (GIZ)-Nord. Mit der Haut sollte  die Pflanze nicht in Berührung kommen. Ihre phototoxischen Furocumarine können verbrennungsähnliche Verletzungen auslösen: „Wenn Sonnenlicht dran kommt, werden sie schlimmer“, weiß Schaper. Wer verletzte Hautstellen entdeckt, sollte sie als Maßnahme der Ersten Hilfe kühlen – und möglichst schnell einem Arzt vorführen. Das GIZ berät Betroffene unter Telefon 05 51 / 1 92 40.

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