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Weiterhin Beeinträchtigungen im Bahnverkehr in Südniedersachsen

GDL-Streik beendet Weiterhin Beeinträchtigungen im Bahnverkehr in Südniedersachsen

Auch nach offiziellem Ende des GDL-Streiks kommt es in Südniedersachsen noch zu Zugausfällen und erheblichen Beeinträchtigungen. Dennoch ist die Situation am Göttinger Bahnhof am frühen Abend einigermaßen entspannt.

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Bahnhof Göttingen

Göttingen. Eine Momentaufnahme um 18.30 Uhr: Elf Verbindungen werden für die Zeit von 18.40 und 19.18 Uhr auf der Anzeigetafel im Göttinger Bahnhof angezeigt. Allerdings fallen laut Laufschrifthinweis davon sieben Züge aufgrund des Streiks und dessen Nachwirkungen aus.

Es fahren ein ICE in Richtung Basel, eine Nordwestbahn nach Ottbergen und ein Cantus nach Eschwege. Dazu ist für 19.07 Uhr ein Metronom nach Norden geplant - mit zusätzlichen Halten in Banteln, Rethen, Laatzen und Hannover-Bismarckstraße.

Diesen hofft ein Paar zu erwischen, das vor einigen Stunden in Frankfurt am Flughafen gelandet ist. "Wir kommen gerade aus dem Urlaub", sagt die Frau. Allein hierher nach Göttingen zu kommen, sei schon stressig gewesen. Jetzt hofften sie, dass sie noch nach Elze kommen.

Glück gehabt, hat auch Andrea Henne aus Dassel. Sie erwischte in München einen ICE, der anhand des Sonderfahrplans der Bahn fuhr. Sie weiß aber von anderen Reisenden, die weniger Glück hatten. Am Abend hat Henne in Göttingen nur eine halbe Stunde Pause, dann soll ihr Anschlusszug fahren.

"Hätte das in München nicht geklappt," sagt sie, "dann wäre ich wohl erst morgen früh zuhause angekommen". Trotz aller Umstände und Widrigkeiten auf der Reise, Henne hat bis zu einem gewissen Grad Verständnis für die Lokführergewerkschaft: "Die haben ja auch das Recht zu streiken", sagt sie.

Inzwischen habe sie aber den Eindruck, dass es der GDL eher um den Machtkampf gehe. Und, gibt sie weiterhin zu bedenken, der Streik habe ja auch enorme Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Am Sonnabend hat der Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Gerd Aschoff, das Streikende begrüßt. Er hoffe, dass jetzt eine Schlichtung möglich sei, um einen Kompromiss über die Streitfragen zu erzielen.

Auch seitens der Deutschen Bahn wird das vorzeitige Streikende begrüßt. "Das ist ein gutes Signal für unsere Kunden und unsere Mitarbeiter. Vor allem ist es auch ein gutes Signal, um schnellstmöglich wieder in Verhandlungen zurückzukehren“, sagt der Personalvorstand der Deutschen Bahn, Ulrich Weber.

Die Deutsche Bahn arbeite mit Hochdruck daran, dass möglichst schnell nach Streikende wieder im Nah- und Fernverkehr der reguläre Fahrplan in Kraft trete. Dies werde sich jedoch vor allem im Fernverkehr "aufgrund der komplexen Einsatzplanung von Zügen und Personal einige Zeit in Anspruch nehmen und am Sonntag noch zu einem deutlich eingeschränkten Angebot führen."

Im Nahverkehr könnten laut Weber die Fahrgäste hier schon im Verlauf des Sonntags schrittweise wieder auf deutlich mehr Züge zurückgreifen".

Neben dem Streik haben auch mehrere Brandanschläge den Zugverkehr am Sonnabend behindert. Unbekannte hatten in Bremen, Niedersachsen und Brandenburg Feuer in mehreren Kabelschächten gelegt. Das hatte laut einer Bahnsprecherin auch Auswirkungen auf den Bahnverkehr in Südniedersachsen.

Es sei neben den normalen Folgen des Streiks zu weiteren Verspätungen im Fernverkehr gekommen. Trotzdem der Streik der Lokführer am Sonnabendabend beendet werde, werde die Bahn auch noch am Sonntag ihren Ersatzfahrplan aufrechterhalten.

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