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Weiterhin Streit über Umbau des Weender Freibads zum Naturbad

Keime im Internet Weiterhin Streit über Umbau des Weender Freibads zum Naturbad

Im kommenden Jahr soll die Modernisierung des Freibads Weende beginnen. Obwohl das Konzept steht, gibt es wieder heftigen Krach zwischen der Stadtverwaltung und dem Förderverein Freibad Weende.

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Nur noch eine Chlor-Saison.

Quelle: SPF

Göttingen. Das wurde deutlich im städtischen Sportausschuss am Dienstag. Zunächst hatte Alexander Frey, Chef der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GöSF), den Zeitplan vorgestellt. Demnach soll nach der Badesaison 2016, also im Herbst kommenden Jahres, das Bad zu einem Naturbad mit verringerter Wasserfläche (1200 statt 2000 Quadratmeter) begonnen werden. Dazu habe die Stadt in den Haushalt 2016 eine Million Euro fest und eine weitere Million als Verpflichtungsermächtigung eingestellt.

Alles soweit okay, merkte Eberhard Gramsch vom Förderverein Freibad Weende an. Nicht aber, dass sich die Stadt weiteren Gesprächen mit dem Förderverein verweigere. Es gebe nach wie vor Klärungsbedarf in Sachen Naturbad-Konzept, was der Förderverein bereits bei seiner jüngsten Mitgliederversammlung zum Ausdruck gebracht hatte. Man sei „sehr verwundert“, dass die Verwaltung auf die Bitte des Vereins nach einem Gespräch nicht reagiert habe.

Vereinsmitglied Siegfried Klugmann erläuterte die Bedenken. „Im Internet“ gebe es Berichte, dass in Naturbädern bei höheren Temperaturen – mehr als 23 Grad - die Keimbelastung so hoch sei, dass Kleinkinder nicht mehr ins Wasser dürften. Daher müsse über eine Chlorierung nachgedacht werden. Darüber wolle man mit der GöSF und der Stadtverwaltung sprechen.

Nach einer vergleichsweise ruhigen Erläuterung der Leistungsfähigkeit und Sicherheit eines modern konzipierten Naturbads, auch am Beispiel des Groner Freibads, geriet die Diskussion schnell aus den Fugen. Für die Grünen erklärte Ulrich Holefleisch, er wolle den Ratsbeschluss zur Rettung des Weender Freibads „jetzt nicht mehr in Frage stellen“.

Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) sagte, es gebe „einen Ratsbeschluss mit klarer Positionierung“. Immer wieder werde Chlor kritisch diskutiert: „Ich sehe nicht die geringste Veranlassung, das Konzept neu zu diskutieren.“ Das würde bedeuten, den Prozess bis hin zu einem erneuten Ratsbeschluss neu beginnen zu lassen. Das sei mit ihm nicht zu machen.

Für die SPD erklärte Christian Henze, der Ratsbeschluss sei für Weende und sein Freibad „eine tolle Lösung“. Der Förderverein sei an der Entwicklung des Konzepts immer beteiligt gewesen. Und GöSF-Chef Frey betonte abschließend, er sei „gerne bereit, sich mit dem Verein zusammenzusetzen“, aber nicht bereit zu einer Chlorierung. In neun Betriebsjahren habe es im Groner Freibad kein einziges Problem gegeben.

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