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Wenig Raum für Windräder in Gemeinde Friedland

Viele Rotmilane und Schutzgebiete Wenig Raum für Windräder in Gemeinde Friedland

Viel Raum für den Bau von neuen 200 Meter hohen Windrädern gibt es in der Gemeinde Friedland nicht. Das ist jedenfalls das Ergebnis der Potenzialanalyse der Planer vom Northeimer Büro Lange-Puche. Fast 100 Bürger diskutierten am Mittwochabend in der Aula der Carl-Friedrich-Gauss-Schule über die Pläne.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Groß Schneen. Nur 87 Hektar in den Potenzialflächen 1 bis 5 stehen laut Analyse ohne Einschränkungen für den Bau von Windrädern auf dem Gemeindegebiet zur Verfügung. In allen anderen Bereichen stehen sogenannte weiche oder harte Tabukriterien wie Ortschaften, Natur- und Rotmilanschutz oder Vorranggebiete für Erholung im Wege.

Um Auswahlmöglichkeiten zu erhöhen, wurden weitere Flächen im Landschaftsschutzgebiet (LSG) einbezogen – 120 Hektar. Auch dort könnten unter Umständen Windräder errichtet werden, wenn der Landkreis zustimmt.

Der Landkreis hat in seinem Entwurf für ein neues Regionales Raumordnungsprogramm (RROP) nur eine Vorrangfläche im Gemeindegebiet südlich von Niedergandern ausgewiesen. Der übergeordnete Plan bewirke allerdings keine Ausschlusswirkung im übrigen Gebiet, so der Planer Dirk Puche. „Nichts zu machen, halte ich durchaus für eine Option.“

Windradbau mit Auflagen?

Allerdings bestehe die Gefahr, das Genehmigungsbehörden die Lage anders interpretieren. Möglicherweise könnten sie sich einen Windradbau in weichen Tabuzonen mit Auflagen vorstellen. Durch einen neuen Flächennutzungsplan soll der Windkraft „substanziell“ Raum gegeben und der Anlagenbau gesteuert werden.

Bürger auch aus Reinhausen wendeten sich insbesondere gegen Windräder südlich des Wendebachstausees: „Die ganze Gemeinde hat Beifall geklatscht, als der See vor einem Jahr gerettet wurde.“ Andere forderten, nicht alle Vorgaben „als gegeben hinzunehmen“. In drei Jahren seien die „gröbsten, wahnhaften Dinge“ vielleicht beerdigt.

„Die Energiewende zu beschließen ohne Konzept und auf die Kommunen zu verlagern“, sagte Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD), „ich wage zu bezweifeln, dass das der richtige Weg ist. Den Letzten beißen die Hunde.“

Keine Empfehlungen abgegeben

Mit Stellungnahmen von Behörden einschließlich Abwägungsvorschlägen im Umfang von 100 Seiten muss sich jetzt der Rat befassen. Im  Bauausschuss am Donnerstag wurden noch keine Empfehlungen abgegeben. Eine Entscheidung über Sondergebietsflächen fällt möglicherweise im nicht öffentlichen Verwaltungsausschuss am Montag, 13. Oktober.

Friedrichs rechnet aber damit, dass über das komplexe Thema erst am 8. Dezember entschieden wird. Voraussichtlich tagt der Bauausschuss noch einmal. Erst dann steht der Entwurf für einen neuen F-Plan. Dieser Entwurf wird für einen Monat öffentlich ausgelegt. Auch Bürger können dann Einwände vorbringen.

Windparkpläne
Mögliche Sondergebiete
1   12 Hektar (ha), 2 bis 3 Windenergieanlagen (WEA), neben Windpark der Gemeinde Rosdorf,
2   südlich Wendebachstausee, 24,42 ha einschließlich Landschaftschutzgebiets (LSG)-Bereich im Norden, 3 bis 4 WEA,
3   43,25 ha einschließlich LSG-Bereich im Westen,
40,63 ha, LSG-Bereich im Westen, 4 bis 5 WEA,
5   9,63 ha, 2 WEA,
51,65 ha, 5bis 6 WEA, komplett im LSG,
7,10 ha, 1 WEA, komplett im LSG,
8   17,10 ha, 2 bis 3 WEA, im LSG und Uhu nachgewiesen.
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Fragebogenaktion

Im ersten Bioenergiedorf Deutschlands gibt es nur eine knappe Mehrheit für Windräder in der Nähe des Dorfes. Bei einer Fragebogenaktion des  Gemeinderates votierten 97 Jühnder (50,8 Prozent) für eine Windenergiefläche von rund 40 Hektar zwischen Jühnde und Bördel.

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