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„Wenn es Nacht wird, duftet das Gewächshaus“

Orchideenbörse „Wenn es Nacht wird, duftet das Gewächshaus“

Blüte an Blüte trägt die Orchidee. Mehr als 40 weiße Blüten sind an der üppigen Pflanze der Gattung Phalaenopsis zu zählen. Ihre Vertreter seien verhältnismäßig pflegeleicht, sagt Jürgen Freche von den Orchideenfreunden. Es gebe nur ein paar wenige Punkte, die man bei der Pflege berücksichtigen müsse: Phalaenopsen brauchen nicht zu viel Feuchtigkeit, wenig Dünger und nicht die volle Sonne. Wenn eine Pflanze wieder blüht, ist es ein Zeichen, dass sie sich wohlfühlt.

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Im Gewächshaus fällt die Pflege sehr viel leichter: Jürgen Freche (vorn) zeigt Heinrich Bechstein seine Schätze.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Über eine Ausstellung im Theoder-Heuss-Gymnasium sei er zu  Orchideen gekommen, erzählt Freche.

Die Begeisterung hielt an: Er trat dem Verein der Orchideenfreunde bei, seit fast 25 Jahren ist er dort stellvertretender Vorsitzender. Auf den Fensterbänken in seinem Wohnzimmer hat Freche inzwischen etwa 40 Orchideen. Dazu kommen unzählige Pflanzen im Gewächshaus.

Über heimische Orchideen sei er an die tropischen Arten gekommen, sagt Heinrich Bechstein, Vorsitzender des Vereins. Knabenkraut, Zwei­blatt und Waldvöglein nennt er von den rund 35 Arten im Leinetal. In ganz Deutschland komme man auf 65 Arten. Als Kind aus Neu-Eichenberg habe er sein Taschengeld mit dem Verkauf von Schlüsselblumen aufgebessert. Besonders gut verkauften sich die Sträuße, wenn er zu den gelben Schlüsselblumen das violette Manns-Knabenkraut mischte. Als besonders faszinierend empfindet er den Duft von Orchideen.

Allerdings sei es nicht ganz einfach, Orchideen ohne Gewächshaus zu ziehen, spricht Bechstein Freche aus der Seele. Im Wohnzimmer sei der Pflegeaufwand wesentlich größer. Allerdings müsse eine Heizung mit eingeplant werden. Vier Heizkörper braucht Freche in seinem Glashaus. Denn sogar im tiefsten Winter herrschen dort Temperaturen um die 20 Grad.

Einmal in der Woche inspiziert Freche die Pflanzen und erfreut  sich auch an der Blüten- und Artenvielfalt: Dendrobium, Oncidium, Cattlaya, Paphiopedilum, Cymbidium und Miltonia nennen Freche und Bechstein nur einige Arten. Es gibt auch Orchideen, die in über 3000 Metern Höhe wachsen. Pflanzen dieser Gattungen müssten hier kühl gehalten werden, sagt Bechstein.

In Freches Gewächshaus gibt es Orchideen, die auf einem Stück Baumrinde wachsen – und sie verströmen bei Dunkelheit einen intensiven Duft. „Wenn es Nacht wird, duftet das ganze Gewächshaus“, schildert Freche. Eine Stanhopea tigrina steht jetzt kurz vor der Blüte. Sie blühe nur drei bis fünf Tage lang, erklärt er.

„Allein geht das eigentlich nicht“, sind sich Bechstein und Freche über ihr Hobby einig. Das Ideale sei es, wenn der Partner mitmache. Als beste Zeit für Orchideen nennen sie  Herbst bis Frühsommer. So heißt es, jetzt mit dem Hobby zu beginnen.

Eine Orchideenbörse richten die Orchideenfreunde in Südniedersachsen am Wochenende, 25. und 26. August, im Neuen, Experimentellen Botanischen Garten, Grisebachstraße 1 a, aus. Die Besucher können nicht nur bei  Umpflanz-Aktionen, sondern auch bei der Arbeit eines Glasbläsers zusehen. Pflanzen verkaufen fünf Orchideengärtner.

Dazu kommt eine Staudenbörse der Freunde der Botanischen Gärten und Stauden, Gehölze und botanische Raritäten aus dem Forstbotanischen Garten. Am Sonnabend ist die Börse von 10 bis 19 Uhr geöffnet, am Sonntag von 9 bis 17 Uhr.

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