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Wer haftet bei Sturmschäden?

Der Tag nach dem Sturm Wer haftet bei Sturmschäden?

Orkantief Niklas und Sturm Mike haben in der Region für reichlich Chaos gesorgt, umgefallene Bäume beschädigten Autos und Häuser, die Sturmböen deckten Dächer ab – aber auch durch Zugausfälle erlitten viele Göttinger einen finanziellen Schaden. Wer haftet in solchen Fällen?

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Schäden am Auto werden über die Teil- oder Vollkaskoversicherung abgedeckt.

Quelle: Elsner

Hannover. Sturmschäden an Häusern sind immer versichert, weil die Gebäudeversicherung eine Pflichtversicherung für Eigentümer ist.

Schäden an Hausrat oder Autos hingegen sind freiwillig versichert. Ersetzt werden Sturmschäden ab Windstärke 8 (Windgeschwindigkeit über 62 Stundenkilometer). Nach den Versicherungsbedingungen reicht es meist aus, wenn es eine offizielle Sturmwarnung gegeben hat oder auch Häuser in der Nachbarschaft beschädigt wurden, so die Verbraucherzentrale.

Schäden am Gebäude

Umgefallene Bäume oder abgebrochene Äste können schwere Schäden an Häusern anrichten– dafür kommt die Wohngebäudeversicherung auf. Wurde durch den Sturm das Dach abgedeckt oder Fensterscheiben eingedrückt, sind auch Folgeschäden, die durch eindringende Niederschläge entstehen, versichert. 

Schäden im Gebäude

Sturmschäden an der Einrichtung werden von der Hausratversicherung ersetzt, die aber im Gegensatz zur Gebäudeversicherung (schließt der Eigentümer ab) keine Pflichtversicherung ist. Die Versicherung greift aber bei beschädigter Inneneinrichtung meist nur, wenn Fenster und Türen verschlossen waren.  

Schäden am Auto

Wird das Auto von umgestürzten Bäumen, umherfliegenden Dachziegeln oder anderen Gegenständen getroffen, brauchen die Besitzer eine freiwillige Teil- oder Vollkaskoversicherung. Diese ersetzt auch die Schäden, die der Sturm direkt am Wagen verursacht, beispielsweise wenn dieser umkippt. Versichert ist allerdings in der Regel nur der Zeitwert des Fahrzeugs, nicht der Neuwert.  

Entschädigung für Bahntickets

Verspätet sich ein Zug deutlich oder fällt sogar aus, gibt es Geld zurück. Denn auch bei höherer Gewalt gibt es eine Entschädigung, hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) im September 2013 entschieden. So gibt es bei einer Verspätung ab 60 Minuten 25 Prozent und ab 120 Minuten 50 Prozent des Fahrpreises zurück.

Entschädigung für Flugverspätung

Ein Anspruch auf eine Ausgleichszahlung bei Verspätung nach EU-Fluggastrechteverordnung besteht bei Sturm nicht – ein Unwetter gilt als höhere Gewalt.

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