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„Wer macht denn so was?“

Wurstklau in Lenglern „Wer macht denn so was?“

Wurstklau in Lenglern: Etwa 250 Mettwürste haben Unbekannte aus dem Verkaufswagen von Anke Reddersen vergangene Woche gestohlen. Am Dienstag stand sie erstmals nach der Tat wieder auf dem Göttinger Wochenmarkt. Eines zeigte sich dabei schnell: Ihren Kunden ist der Diebstahl alles andere als Wurst.

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Anke Reddersen hat ihren Verkaufsstand wieder aufgefüllt - und will sich jetzt besser vor Einbruch schützen.

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. „So viele Würste...furchtbar“, sagt Waltraud Hermann kopfschüttelnd. Der Wurstkundin tut der Diebstahl sehr leid, und sie empfiehlt vorzubeugen: „Ich denke, die müssen sich eine andere Technik ausdenken, um die Ware zu sichern“, sagt sie. Das haben Reddersens bereits getan und für den Wagen neue Schlösser gekauft. Außerdem wird die Türseite des Wagens seit dem Einbruch ganz dicht an der Hauswand geparkt.

2500 Euro Schaden

Reddersen ist auf der Hut, seit sie vergangenen Freitagmorgen ihr Verkaufsmobil auf ihrem Hof in Lenglern aufschloss, um zum Witzenhäuser Wochenmarkt zu fahren. Statt Knüppelmettwurst und Eichsfelder Bauernring herrschte im Fahrzeug gähnende Leere. Neben den 90 Mettwürsten und der Wechselgeldkasse hatten die Täter auch Bockwürste und Senf gestohlen.

Das Fahrzeug hatte sie am Vorabend für den Markttag beladen. Neben dem Wurst-Schaden von mehr als 1 700 Euro hat sie einen Verdienstausfall von rund 800 Euro, denn ohne Extra-Würste konnte sie nicht zum Wochenmarkt fahren.

Kunden sind betroffen

„Das ist traurig, was hier mit Einbrüchen abgeht“, findet Kunde Daniel Kronhardt.

Daniel Kronhardt

Quelle: Hinzmann

Er ist Leiter der Bühnentechnik am Jungen Theater und kauft sich an Wochenmarkttagen bei Reddersens immer Bockwurst. „Das ist das erste Mal, dass ich gehört habe, dass Wurst geklaut wird“, sagt Kronhardt. „Das ist ja der Hammer“, sagt Marion Meißner und mutmaßt augenzwinkernd über die Absichten der Täter: „Vielleicht haben die eine große Familie zum Verteilen.“

Günther Brille

Quelle: Hinzmann

Über den Sinn des Diebstahls macht sich auch Günther Brille Gedanken: „Vor allem muss man einen Hehler haben, der das abnimmt“, sinniert der Göttinger, und fragt: „Wer macht denn so was?“

Was Anke Reddersen am meisten beunruhigt: „Die Leute müssen genau beobachtet haben, wann der Wagen da steht“, sagt sie. Vor einigen Wochen sei bereits das Auto des Freundes der Mieterin vor der Tür gestohlen worden. Ebenfalls in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. Bei Familie Reddersen geht es jetzt erst recht um die Wurst: Sie wird in den nächsten Nächten besonders wachsam sein - vor allem vor den Markttagen.

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