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Werner Rohlmanns Doku „Schweden – Natur erleben“ räumt Preise ab

Stärke zeigen, wenn der Bär kommt Werner Rohlmanns Doku „Schweden – Natur erleben“ räumt Preise ab

Sechs Jahre lang ist Werner Rohlmann im Schnitt alle sechs Monate nach Schweden gereist. Jedes Mal hockte er mehrere Wochen in seinem Tarnzelt oder war auf Pirsch. Dabei hat er rund 70 Stunden Material aufgenommen, das er innerhalb eines weiteren Jahres zu einem eineinhalbstündigen Film verarbeitet hat.

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Hockte für seinen Film mehrere Wochen in seinem Tarnzelt oder war auf Pirsch: Werner Rohlmann.

Quelle: Heller

Bördel. Die Mühe hat sich für den 68-Jährigen gelohnt: Für seine Doku „Schweden – Natur erleben“ hat er jetzt bei den 34. niedersächsischen Autoren-Filmfestspielen sowohl den ersten Preis der Jury als auch den Publikumspreis gewonnen.

Außerdem wurde der Film als einziger in die erste Kategorie aufgenommen, was bedeutet, dass Rohlmann ihn auf dem Bundesfilmfestival Natur Anfang Mai präsentieren darf.

Mit seinem MAN Allrad-Mobil, mit dessen Ausrüstung man rund acht Wochen lang autark leben kann, fuhr Rohlmann in die schwedische Einsamkeit – und 400 Kilometer nördlich von Stockholm und bis zu 50 Kilometer weit weg von menschlicher Behausung.

Dunkle Wälder, undurchdringliche Moore, kristallklare Seen – mit anderen Worten: Wildnis pur. Die Suche nach den Tieren habe sich teilweise wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen gestaltet, so der pensionierte Handwerksmeister. „Die Stellen zu entdecken, wo ein Tier auftauchen könnte, ist nicht einfach.“

Aber der gebürtige Westfale fand die Stellen. Und so gelang es ihm, mit seinem  HD-Camcorder JVC mit Wechseloptik riesige Kranichschwärme zu filmen, die beim Aufsteigen „trompeten, als wäre man in einem klassischen Konzert“. Weiterhin eine Elchkuh, die ihr Junges säugte, nachdem sie es im Dickicht versteckt hatte – vor einem Wolfsrudel, welches Rohlmann kurz zuvor im Wald entgegen gekommen war.

Angst habe ihm das „überhaupt nicht“ gemacht, sagt der Tierexperte. Wölfe seien nämlich total scheu und gingen dem Menschen prinzipiell aus dem Weg. Elche seien viel gefährlicher: „Sie stellen sich auf die Hinterbeine und schlagen mit den Vorderbeinen aus.“

Die spektakulärsten Aufnahmen gelangen Rohlmann von einer Braunbärin und ihrem Nachwuchs: „Sie lehnte sich an einem Felsen zurück, nahm ihre drei Jungen in die Arme und ließ sie trinken.“ Dass die 50 Meter von ihm entfernte Bärin ihn nicht roch, hatte er der Tatsache zu verdanken, dass der Wind günstig stand. Wäre die Bärin auf ihn aufmerksam geworden, wäre er nicht geflohen, sagt Rohlmann. „Der Bär ist eh schneller“.

Vielmehr hätte er sich aufgerichtet: „Das beeindruckt die Tiere“. Ein Gewehr würde er niemals bei sich führen: „Ich bin Filmer, kein Jäger.“

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