Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Wertstoffe: In Göttingen kommt vierte Mülltonne

Grau-gelbe Tonne Wertstoffe: In Göttingen kommt vierte Mülltonne

Die Göttinger sollen ihren Abfall künftig anders trennen und vier statt drei Mülltonnen füllen. Neben der grauen Restmülltonne und Behältern für Papier (blau) und Kompost (grün) steht dann eine große graue Tonne mit gelbem Deckel vor ihrer Haustür – eine Wertstofftonne. 

Voriger Artikel
Hüpfburg und Spielzeug unterm Dach
Nächster Artikel
200 Farbdosen für Göttingens neues Kunstwerk

Grauer Behälter mit gelben Deckel: So wird auch die neue Göttinger Wertstofftonne aussehen.

Quelle: RSAG

Göttingen. In ihr sollen neben Verpackungsmüll auch andere hochwertige Dinge aus Metall und Kunststoff landen. Der gelbe Sack fällt dafür weg.

Ob das funktioniert, wie groß die Tonnen idealer Weise sein sollten und wie oft sie geleert werden müssen, wollen die Entsorgungsbetriebe zunächst ab Januar zwei Jahre lang in einem Modellversuch in drei Stadtteilen testen. Dann soll sie flächendeckend aufgestellt werden. Der zuständige Fachausschuss des Rates hat zugestimmt. Der Versuch kostet nach Angaben der Göttinger Entsorgungsbetriebe (GEB) etwa 88 000 Euro über beide Jahre. Bezahlen müssen das alle Göttinger über ihre Müllgebühr. 

Kreislaufwirtschaftsgesetz

Hintergrund ist ein neues Kreislaufwirtschaftsgesetz. Danach müssen ab 2015 außer Papier, Glas, Verpackungsmüll und Elektrogeräte noch weitere Abfallarten getrennt vom Restmüll gesammelt und wiederverwertet werden: nämlich hochwertige Stoffe wie Metall und Kunststoff – sogenannte stoffgleiche Nichtverpackungen. Grundsätzlich könnten sie auch in einer Extratonne neben dem gelben Sack eingesammelt werden. Nach einer extern vergebenen Studie zur Zusammensetzung des Göttinger Mülls und zur Wirtschaftlichkeit verschiedener Sammelsysteme hat sich Göttingen aber für ein Sammelsystem mit nur einer Tonne entschieden. Der Müll muss dann wieder getrennt werden.

Wenn es keine gelben Säcke mehr gebe, die leicht aufreißen, dürfte es auch sauberer an den Straßen bleiben, erklärt Franz Rottkord, Leiter der Abteilung Abfallwirtschaft bei den GEB. Hinzu komme, dass viele schon jetzt Metalle und Plastik in gelbe Säcke werfen, die nicht zu Verpackungen gehörten. Außen vor bleiben Elektrokleingeräte, Holz und Kleidung. Für diese Stoffe gebe es in Göttingen ein gut funktionierendes Sammelsystem über Container, Sperrmüll oder den Recyclinghof.

Modellversuch

Im Modellversuch sollen die neuen Tonnen auf dem Holtenser Berg, auf dem Hagenberg und in der Studentensiedlung an der Gutenbergstraße aufgestellt werden. Sie bildeten mit 6744 Einwohnern einen guten Querschnitt der Stadt, so Rottkord. Kleine und mittlere Haushalte bekämen dann einen 240-Liter-Behälter, Wohnblöcke große Container.

Trotz des neuen Kreislaufwirtschaftsgesetzes sind viele Details zum neuen Sammelsystem noch offen. Die Stadt will mit ihrem Modellprojekt und einer frühen flächendeckenden Verteilung aber privaten Müllsammlern zuvorkommen. Andernfalls könnten Firmen ab 2015 die wertvollen Stoffe sammeln und vermarkten. Die Stadt bliebe bei gleich großem Fuhrpark, Personal auf dem Restmüll sitzen. Folge: Die Gebühren würden deutlich steigen, so Rottkord. Der Landkreis Göttingen ist noch nicht soweit. Er analysiert zurzeit die Müll-Inhalte auf der Sortieranlage in Deiderode. Liegen Ergebnisse vor, will tiefer in Überlegungen zur Wertstofftonne einsteigen.

Erlaubter Inhalt
In die Göttinger Wertstofftonne sollen neben Verpackungsmüll aus dem Dualen System alle kleinteiligen Kunststoffe und Metalle. Dazu gehören zum Beispiel Plastikschüsseln, Gießkannen, der alte Basketball und Basketballkorb, Pfannen, Schrauben und Zangen oder ein WC-Deckel. Nicht hinein kommen Elektrokleinteile (Fön), Papier, Glas, Batterien, Holz und Kleidung.
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Bilder der Woche vom 14. bis 20. Oktober 2017