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Ablehnung vom Ortsrat

Baugebiet Holtenser Berg Ablehnung vom Ortsrat

Wegen möglicher Probleme bei Hochwasserschutz und Verkehrsaufkommen, hat sich der Ortsrat Holtensen gegen das Baugebiet Holtenser Berg-Nord ausgesprochen. Damit stellt er sich gegen das kurzfristige Vorhaben der Stadtverwaltung, dort Wohnraum zu schaffen. Auch die langfristige Änderung des Flächennutzungsplans wurde abgelehnt.

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Quelle: GT

Holtensen. Eigentlich sollte der Ortsrat frühzeitig in eine kurzfristige Änderung des aktuellen Flächennutzungsplans eingebunden werden und einem Baufeststellungssbeschluss für das Wohngebiet zustimmen. Dies wäre nötig, um die jetzige Agrarfläche künftig als Bauland auszuweisen, wo dann nach den Plänen der Stadtverwaltung zeitnah rund 320 Wohnungen entstehen könnten.

Weil allerdings zahlreiche Fragen offen seien, befürchten die Ortsratsmitglieder „die Katze im Sack“ zu kaufen: „Säuft Holtensen ab?“, fragte sich beispielsweise Ortsbürgermeisterin Karla Busch (SPD) angesichts möglicher Hochwasserrisiken durch die zusätzliche Bodenversiegelung. Auch die ungeklärte Frage, inwiefern der Verkehr zum neuen Wohngebiet durch Holtensen fließen könnte, beunruhigte die Ortsratsmitglieder und zahlreiche anwesende Bürger gleichermaßen.

All das habe die Verwaltung „noch nicht im Detail geprüft“, sagte Hans-Dieter Ohlow vom Fachdienst Stadtplanung zu. Denn „dazu brauchen wir ihren Auftrag“, erklärte er den Ortsratsmitgliedern und betonte mehrfach: „Wir beantragen, dass wir diese Dinge untersuchen können.“ Zugleich verwies er auf die „extremen Probleme“ der Stadt Göttingen siedlungsnah Geschosswohnbau zu realisieren - was zu Lasten von Bevölkerungsgruppen gehe, die man eigentlich dringend versorgen müsse.

Die Ortsratsmitglieder überzeugte das nicht: „Nicht in der Größe“, lautete das Urteil von Ortsbürgermeisterin Busch über das geplante Wohngebiet. Letztlich stimmte eine Mehrheit aus SPD und CDU-nahen Ortsratsmitgliedern gegen den Baufeststellungsbeschluss und die Änderung des jetzigen Flächennutzungsplans - zum Ärger von Ohlow, demzufolge der Ortsrat so die Gelegenheit verschenkt hat, Auflagen für das angedachte Wohngebiet zu machen. Nach seinen Angaben hätte der Ortsrat auch in späteren Verfahrensschritten noch Mitbestimmungsmöglichkeiten gehabt.

Nach der hitzigen Diskussion hatte auch der Vorentwurf für den neuen Flächennutzungsplan der Stadt Göttingen keine Chance mehr beim Ortsrat: Eine deutliche Mehrheit stimmte gegen die vorgeschlagenen Änderungen. Bei allen Beschlüssen haben Ausschüsse der Stadt die Möglichkeit, die Entscheidungen des Ortsrats zu ignorieren.

Neuer Flächennutzungsplan

Abseits der Bauleitplanungen regelt der Flächennutzungsplan die langfristige räumliche Entwicklung Göttingens. Derzeit auf den Weg gebrachte Vorhaben müssen noch dem aktuellen Flächennutzungsplan aus dem Jahr 1975 entsprechen. Gleichzeitig ist für das kommende Jahr die Verabschiedung eines neuen Flächennutzungsplans durch den Rat der Stadt anvisiert - es gab bereits zahlreiche Bürgerbeteiligungsverfahren.

Holtenser Berg

195 Wohneinheiten im Geschosswohnbau und 130 weitere in Ein- und Zweifamilenhäusern sollen nach dem Willen der Stadtverwaltung auf der Fläche nördlich des jetzigen Wohngebiets auf dem Holtenser Berg entstehen. Es ist das größte von mehreren Vorhaben, die für Entlastung auf dem angespannten Göttinger Wohnungsmarkt sorgen soll. Um das zu realisieren setzt die Stadtverwaltung auf frühzeitige Beteiligungsverfahren und eine beschleunigte Planung - Anfang 2019 sollen die Gebäude stehen.

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