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Wie Geistliche in der Region die Fastenzeit begehen

Aschermittwoch Wie Geistliche in der Region die Fastenzeit begehen

Mit dem Aschermittwoch beginnt bei den Christen die Fasten- und Passionszeit. Fasten bedeute Reduktion und dadurch Besinnung auf das Wesentliche, hat der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, in seiner Fastenbotschaft gesagt, der Verzicht auf Alkohol, Süßigkeiten oder Fernsehen könne gut und heilsam sein, denn dadurch könnten Menschen erkennen, dass es auch anders gehe. So werde im Verzicht eine neue Freiheit erlebbar.

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Verhüllter Altar in der Kirche St. Michael: Dies soll ein „Fasten mit den Augen“ ermöglichen und die eingefahrenen Sehgewohnheiten durchbrechen.

Quelle: Vetter

Wie halten es nun Göttinger Geistliche eigentlich mit dem Fasten? Das Tageblatt hat nachgefragt. Gerhard Weber, Pastor an St. Martin in Geismar, hat sich vorgenommen, Schokolade zu fasten. Der evangelische Geistliche hat auch schon einmal eine Woche Heilfasten mitgemacht. Dazu brauche es jedoch ein bisschen Abgeschiedenheit, meint der Pastor. Mit Familie und einer Stellung im öffentlichen Leben sei das schwierig. Auch die übergeordnete Fastenaktion der evangelischen Kirche mit dem Motto „Sieben Wochen ohne Ausreden“ will Weber in seinen Familienalltag mit drei Kindern einbeziehen. Bei Konflikten zeige gerne jeder mal auf den anderen oder fordere dessen Pflichten zuerst ein. Die Fastenaktion sei ein guter Anlass, dieses Verhalten zumindest zeitweise einmal in Frage zu stellen oder bewusst umzukehren. Die Aktion enge nicht ein, sondern sei ein Impuls, einmal aus dem Alltagstrott herauszukommen und Neues zu entdecken.

Jona-Pastor Pascal Misler wollte sich am gestrigen Abend noch ein Bier gönnen und will dann ab heute auf Alkohol verzichten. Auch der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Göttingen, Friedrich Selter, will in der Fastenzeit dem Alkohol entsagen. Das sei bei ihm Standard, so der leitende Geistliche. Im Hinblick auf die Aktion „Sieben Wochen ohne Ausreden“ meint Selter, er denke, dass er grundsätzlich sehr offen agiere und auch in der Lage sei, Fehler einzuräumen. Er werde sich jedoch den Fastenkalender zu der Aktion kaufen und dadurch sicher noch neue Aspekte an dem Thema entdecken, meint der Superintendent. Einige Pastoren wussten gestern auch noch nicht, was sie fasten wollen.

Der kommissarische Dechant des katholischen Dekanates Göttingen, Bernd Langer, will gleich auf zwei lieb gewordene Gewohnheiten verzichten: Er will während der Fastenzeit keinen Alkohol und keine Süßigkeiten zu sich nehmen.

In der Fasten- und Passionszeit erinnert sich die Christenheit an den Leidensweg Jesu und seinen Tod am Kreuz. Die Zeit endet mit dem Osterfest, an dem die Auferstehung Jesu gefeiert wird.

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