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Wie die Göttinger Schullandschaft reformiert wurde

Jahrzehnte Stillstand und zähe Verhandlungen Wie die Göttinger Schullandschaft reformiert wurde

Mit Referaten und einer Diskussion zur „Schulpolitik und Schulreform in Göttingen“ haben die Göttinger Sozialdemokraten die politische und berufliche Arbeit des früheren Kommunalpolitikers und SPD-Politikers Hellmut Roemer gewürdigt: eine Tagung als Hommage an einen engagierten Schulpolitiker, der auch in seinem letzten Jahren als Leiter des Hainberg Gymnasiums „nie der geschwätzige Alte war“, sagte der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Christoph Lehmann. „Du bist jemand, dem wir immer gerne zugehört haben“, bescheinigte er dem heute 90-jährigen in den Zuschauerreihen.

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Hellmut Roemer.

Quelle: Vetter

Göttingen. Dass die Schulpolitik in Niedersachsen nach ersten Reformen um 1919 Jahrzehnte pädagogisch und politisch eher festgefahren und weit entfernt von jedem Reformwillen war, erfuhren die etwa 50 Tagungsgäste vom Göttinger SPD-Urgestein Klaus Wettig. Viele Jahre „herrschte Stillstand“. Erst der sozialdemokratische Kultusminister Peter von Oertzen ebnete ab 1970 den Weg für erste „spektakuläre“ Reformschritte: die Aufhebung des getrenntem Unterrichts für Jungen und Mädchen.

Auch dafür habe sich Römer intensiv eingesetzt, ergänzte die damalige SPD-Landtagsabgeordnete Inge-Wettig Danielmeier in ihren Vortrag über das Schulgesetz von 1974, an zum Beispiel die inzwischen wieder abgeschaffte Orientierungsstufe stand, die zehnjährige Schulpflicht und Entscheidungen, die vor allem das Schulangebot in ländlichen Gebieten deutlich verbesserte.

Aber es war eine zäh zwischen CDU, SPD und FDP - als damalige Reformpartei auf SPD-Seite - errungenes Schulgesetz, das auch Gesamtschulen ermöglichte: integrierte als echte Reformschule aus der SPD-Feder und kooperative als Kompromiss-Gesamtschulen als CDU-Modell. In Göttingen sollte es beide geben. „Und wir hatten es überraschend leicht, uns zu entwickeln“, berichtete der langjährige Leiter der IGS in Geismar, Peter Brammer – mit viel Freiraum und Zugeständnisse.“ Schwerer habe es die Planungsgruppe der damaligen KGS gehabt, die sich bis heute selbst immer wieder reformiert habe und „reformieren musste, um zu überleben“, ergänzte der jetzige Leiter der Geschwister-Scholl-Schule, Tom Wedrins. Heute ist sie auch eine IGS. us

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