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„Wie die Verrückten“

Nabu errichtet Krötenschutzzäune „Wie die Verrückten“

Der Naturschutzbund (Nabu) Göttingen hat wie in jedem Jahr seine Amphibienschutzzäune an der Otto-Hahn-Straße aufgebaut. Und wie in jedem Jahr machen Autofahrer den Naturschützern einen Strich durch die Rechnung.

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Uwe Zinke und ehrenamtliche Nabu-Mitarbeiterin Yvonne Riekmann in der Kurve zur Billingshäuser Schlucht.

Quelle: Harald Wenzel

Weende. „Sie rasen, und sie sind rücksichtslos“, schimpft der Nabu-Vorsitzende Uwe Zinke. Jeden Tag um 6 Uhr morgens und abends um 18 Uhr kommt Zinke zur Verbindungsstraße zwischen Weende und Nikolausberg, um Kröten in den in die Erde eingelassenen Sammeleimern zu bergen und den Fahrweg zur Billingshäuser Schlucht mit Baken abzusperren. Zwar tragen Zinke und seine Helfer leuchtende Warnwesten, aber dennoch: „Die Leute fahren wie die Verrückten. Die nehmen Rücksicht weder auf Mensch noch auf Tier.“ Und auch die Sperrung der Zufahrt zur Billingshäuser Schlucht werde immer wieder ignoriert.

Pro Saison sammeln die Nabu-Leute etwa 600 bis 800 Kröten ein, die bei ihrem Versuch, die Straße zu überqueren, in die Sammeleimer fallen. Einige Amphibien schaffen es aber dennoch an den Eimern vorbei. „Jedes Jahr“, sagt Zinke, kratzen wir um die 200 plattgefahrene Kröten von der Fahrbahn. Die gefangenen Tiere werden zum nahen Teich zurückgebracht.

Seit gut einer Woche stehen Zäune und Sperrbaken. „Wir sind ein bißchen spät dran, weil es so kalt war“, meint der Nabu-Chef. „Erst jetzt geht es so richtig los.“ Das optimale Wetter, sagt Helferin Yvonne Riekmann, seien „15 bis 20 Grad und viel Feuchtigkeit“.

Die Hauptwanderzeit der Kröten erstreckt sich von 19 bis 24 Uhr bis voraussichtlich Anfang Mai. Stadt und Landkreis appellieren an die Autofahrer, nachts auf entsprechend gekennzeichneten Straßenabschnitten langsam zu fahren. Weitere Informationen auf nabu.de und amphibienschutz.de, über regionale Maßnahmen und Naturschutzgruppen bei der Unteren Naturschutzbehörde unter der Telefonnummer 05 51 / 52 54 49.

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