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Wildpark Hardegsen übernimmt junge Ricke

Gesellschaft für einsamen Rehbock Wildpark Hardegsen übernimmt junge Ricke

Der Rehbock im Wildpark Hardegsen muss nicht mehr lange allein sein. Seine Partnerin ist endlich angekommen. Anderthalb Jahre hat Wildparkhüter Wolfgang Schlemme nach weiblichem Rehwild gesucht. Die handaufgezogene Rehfrau Bijel soll dem Bock bald Gesellschaft leisten.

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Die handaufgezogene Rehfrau Bijel soll dem Bock im Hardegser Wildpark Gesellschaft leisten.

Hardegsen. „Mir blutet das Herz“, sagte Andrea Kinas aus Moringen. Doch sie war entschlossen: Bijel (bosnisch: weiß) sollte im Wildpark bleiben.

Drei Monate lang päppelte die Frau aus einer Jägerfamilie das helle Kitz von Mitte Mai mit ihrer Tochter Sophie (17) auf. Erst bekam es alle drei Stunden die Flasche mit Lämmeraufzuchtmilch, später alle vier Stunden. Zum Schluss war die Milch reine Leckerei. Im Wildpark bekommt Bijel andere Leckerbissen. Schlemme füttert es mit Pferdemüsli und Wildackerkräutern.

Das Reh kommt aus dem Jagdrevier Hilkerode. Jagdpächter Peter Jakobi erzählt seine Geschichte: Eine junge Reiterin fand zwei Kitze. Weil das Mädchen sie verlassen glaubte, habe sie sie mitgenommen. Genaugenommen sei das Wilderei, sagt der Jagdpächter, der durch Nachbarn des Mädchens von den Rehen erfuhr.

Der Rehbock im Wildpark Hardegsen muss nicht mehr lange allein sein. Seine Partnerin ist endlich angekommen.

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Weil eine Ricke ihre Kitze nicht mehr annimmt, wenn ein Mensch sie angefasst hat, galt es, einen guten Platz zu finden. Denn eins der Kitze starb durch die nicht artgerechte Haltung. Über die Northeimer Jägerschaft kam das zweite Kitz zu Kinas. Sie ist dort für das Aufpäppeln von jungem Wild bekannt. Kurz bevor das Rehkitz ankam, hatte sie gerade ein Wildschwein vermittelt. Für das drei Monate alte Rehkitz bot sich der Hardegser Wildpark an.

Die Ankunft der jungen Ricke im Wildpark ist keine Garantie, dass der Hardegser Rehbock tatsächlich nicht allein bleibt. Erst müsse Bijel die Umstellung in die neue Umgebung überstehen, sagt Schlemme. Eine Gefahr lauere durch die Besucher. Weil handaufgezogene Tiere keine Scheu vor den Menschen hätten, ließen sie sich füttern.

Das bekomme ihnen oft nicht. An falschem Futter könnten sie sterben. Deshalb ist für Besucher des Wildparks das Füttern der Tiere streng verboten.

Wildparkhüter Schlemme wünscht sich noch mehr weibliches Rehwild. Doch zunächst hofft er mit Kinas, dass für Bijel alles gut geht. Wenn sie sich in ein bis zwei Wochen eingewöhnt hat, will er sie von ihrer abgeteilten Wiese mit Sichtkontakt zu den anderen Tieren zu dem einsamen Rehbock entlassen. Jetzt können sie sich schon durch den Zaun beschnuppern.

Von Ute Lawrenz

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