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Wildschwein-Frischling Freddy lebt in Kuh-Herde

Galloways als Familienersatz Wildschwein-Frischling Freddy lebt in Kuh-Herde

Das junge Wildschwein heißt Freddy und seine beste Freundin Ruda. Freddy ist klein, Ruda dagegen riesig – wie die ganze Adoptions-Familie. Freddy hat sich ganz freiwillig einer Kuh-Herde angeschlossen. Zu seiner ungewöhnlichen Rotte gehören 26 Galloways, 14 Alttiere und 12 Kälber.

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Kuh-Herde als Rotte-Ersatz: Vergnügt und ohne Scheu zieht Wildschwein-Frischling Freddy mit den Galloways über die Weide.

Quelle: Hinzmann

Vor sechs Wochen sei das Wildschwein zwischen der Herde aufgetaucht, „und verhält sich inzwischen wie die Kühe“, sagt Bauer Bodo Bertsch aus Waake. Wildschweine unter Menschen gebe es wohl häufiger, räumt der Göttinger Kreisjägermeister Ernst-Friedrich Wille ein, ein Wildschwein unter Kühen „habe ich aber in 45 Jagd-Jahren nicht erlebt“.

Das 20 bis 30 Kilogramm schwere und etwa vier Monate alte Wildschwein fühlt sich zwischen den schwarzen, braunen und weißen Galloways auf deren Weiden irgendwo zwischen Ebergötzen und Gieboldehausen sichtlich sauwohl. Wenn die Kühe über die Wiese ziehen, geht es mit. Bleiben sie stehen, stoppt es. „Manchmal frisst es wie die Kühe Gras“, hat Bertsch beobachtet. Und einmal habe er gesehen, wie es gemeinsam mit einem Kalb am Euter einer Mutterkuh gesaugt habe.

Woher das junge Wildschwein kommt und welches Geschlecht es hat, wissen Bertsch und Lebensgefährtin Sonja Gehrt nicht. Sie vermuten, dass seine Mutter geschossen wurde. Zunächst hätten die Kühe den kleinen Eindringling noch vertrieben. Inzwischen werde es von fast allen akzeptiert. Meistens laufe es im Abstand von etwa einem Meter hinter einer Kuh her – „am liebsten hinter Ruda“, sagt Bertsch. Liegen die mächtigen Kühe im Gras, „hat es sich auch schon einmal dicht angekuschelt“. Und wenn die Galloways muhen, „hat es schon versucht, einzustimmen“, so Gehrt. Herausgekommen sei aber eher ein witziges Quieken.

Schwarzwild sei intelligent und außerordentlich anpassungsfähig, erklärt Kreisjägermeister Wille. Auch Hunger leiden dürfte das junge Wildschwein unter den Kühen nicht. Wildschweine seien Allesfresser und könnten mit Gras, Schnecken und wildem Obst auskommen. „Und was Besseres als warme Kuhmilch kann ihm nicht passieren.“
Natürlich hat der Gast – wie alle Kühe des Biobauern – einen Namen: Die vier zwölf bis 16 Jahre alten Kinder der Familie und der Lehrling haben ihn Freddy getauft.

Seine Zukunft bereitet ihnen jedoch Sorgen. In zwei Wochen müsse die Herde auf die Winterweide bei Roringen umziehen – auf Vieh-Anhängern. „Ich würde ihn schon gerne mitnehmen“, verrät Gehrt. Bertsch kann sich aber kaum vorstellen, dass sich Freddy auf einen Wagen treiben lässt: „Er ist zu scheu“. Gelingt das nicht, „wird das Wildschwein auch alleine zurecht kommen“, ist Wille sicher. Ohne die Führung einer erfahrenen Bache steige aber die Wahrscheinlichkeit, dass es einem Jäger vor die Flinte läuft.

Seit sechs Wochen lebt Frischling Freddy auf der Weide von Bauer Bodo Bertsch. Dort hat das junge Wildschwein bei einer Herde Galloways Familienanschluss gefunden.

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Wildschwein zieht um

Ein bisschen unbeholfen rutscht sie die Rampe runter, schüttelt sich, schaut sich kurz um. Und dann tippelt Frederike einfach hinter ihrer großen Kuh-Mama Rula hinterher, als sei gar nichts gewesen. Schnüffelnd sucht sie vergnügt quiekend im Gras nach Schnecken. Der berühmte kleine Wildschwein-Frischling Freddy ist mit seiner Galloway-Herde und Adoptions-Rotte von der Sommerweide auf die Winterweide umgezogen.

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