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Wildtierpopulation steigt

Bilanz der Jägerschaft Wildtierpopulation steigt

Über einen gut gedeckten Tisch und einen schmackhaften Speiseplan konnten sich im vergangenen Jagdjahr einige Wildtiere freuen. Und wo es reichlich Nahrung gibt, entwickelt sich der Tierbestand prächtig.

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Intelligente Tiere: Rabenkrähen halten sich dort auf, wo sie reichlich Nahrung finden.

Quelle: Heller

Das schlägt sich in den Abschusszahlen der Jägerschaft Göttingen nieder. Vor allem bei Wildschweinen, aber auch bei Waschbären und Rabenkrähen brachten die Jäger im abgelaufenen Jagdjahr mehr Tiere zur Strecke als im Vorjahr. Und auch die Tendenz über mehrere Jahre zeigt beim Vergleich der Streckeberichte deutlich ins Plus.

Das Schwarzwild fand in den Wäldern des Landkreises Göttingen vor einem Jahr besonders viele Eicheln und Bucheckern – die Folge: die Bachen hätten daraufhin ein bis zwei Frischlinge mehr zur Welt gebracht als üblich, erläutert Kreisjägermeister Ernst-Friedrich Wille während der diesjährigen Hauptversammlung mit Hegeschau in Güntersen. 1446 Schwarzkittel wurden im Jagdjahr 2010/2011 erlegt, ein Jahr zuvor waren es 901. Zum Vergleich: Im Jagdjahr 2000/2001 wurden 540 Wildschweine geschossen.

Fänden die Tiere im Wald ausreichend Nahrung, so Wille, „gehen sie nicht so ins Feld“ – gleich aus mehreren Gründen zur Freude der Jäger. Zum einen ließen sie sich im Maisfeld nicht so gut bejagen. Zum anderen würden die Tiere nicht so hohe Schäden in den landwirtschaftlichen Flächen anrichten, denn „Schwarzwild hat Mais als seine Lieblingsfrucht entdeckt“, so Wille. Und weil es – politisch gewollt – immer mehr Maisflächen zur Energieerzeugung im Landkreis gebe, nähmen auch die Schäden durch Schwarzwild zu, was wiederum zu finanziellem Schaden bei der Jägerschaft führe. Denn Jagdpächter müssten für die Schäden durch Schwarzkittel aufkommen, was sich allein bei der Jägerschaft Göttingen pro Jahr durchaus auf mehrere Zehntausend Euro summieren könne.
Eher in der Natur richten Waschbären und Rabenkrähen Schäden an, etwa in dem sie Gelege von Vögeln zerstören. „Nicht mehr einzudämmen“ sei der Anstieg der Waschbärpopulation. Das spiegelt sich im Streckebericht wider: 818 Waschbären waren es im abgelaufenen Jagdjahr, ein Jahr zuvor schossen die Jäger 652 Tiere, vor zehn Jahren (Jagdjahr 2000/2001) waren es gerade einmal 60 Tiere.

Schon seit einigen Jahren falle die massive Präsenz von Rabenkrähen auf. Insbesondere am Kompostwerk würden sich die schwarzen Vögel am „gedeckten Tisch“ in solchen Mengen tummeln, schildert Wille, „dass es fast schon gefährlich ist“. Die Krähen würden nämlich Salmonellen übertragen, erklärt der Kreisjägermeister. Da die Vögel jedoch intelligente Tiere sind und sich beispielsweise merken, wo ihnen Gefahr droht, seien sie schwer zu bejagen. Unter anderem deshalb habe die Jägerschaft Göttingen ihre Mitglieder mobilisiert, „sich hier mehr um die Jagd zu bemühen“. Hilfestellung werde durch Seminare und Aktionen gegeben, so Wille. Auch würden Falkner zur Jagd auf Rabenkrähen eingesetzt.

1296 Rabenkrähen brachten die Jäger im Jahr 2010/2011 zur Strecke, vor einem Jahr wurden 898 geschossen und 200/2001 waren es 575 erlegte Vögel. Stünden die Jäger gemeinhin oft in der Kritik, so Wille, hätten sie bei der Jagd auf Rabenkrähen eine „breite Resonanz in der Bevölkerung“.

Von Britta Eichner-Ramm

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