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Windkraft Diemarden bedankt sich mit Photovoltaik-Anlagen bei Bürgern

Vier Dörfer profitieren von Solarstrom Windkraft Diemarden bedankt sich mit Photovoltaik-Anlagen bei Bürgern

Neue Spielgeräte durch Solarstrom? Vielleicht auch noch eine Bank für den Thieplatz, weil die Sonne besonderes lange und kräftig schien? Vier Dörfer in der Gemeinde Gleichen und thüringischen Nachbargemeinde Hohes Kreuz profitieren künftig finanziell von erneuerbarer Energie, obwohl sie selbst gar keine Anlagen betreiben.

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Solarstrom für die Energiewende, Geld für vier Dörfer: Stolz präsentieren Initiatoren und Politiker die neue Photovoltaik-Anlage in Weißenborn.

Quelle: Hinzmann

Weißenborn/Bischhausen. Die Windkraft Diemarden GmbH hat auf einem Feuerwehr- und einem Sporthaus Solaranlagen installiert.

Der Gewinn aus der Stromerzeugung geht nach Abzug aller Kosten an die Ortsräte von Weißenborn und Bischhausen sowie Bischhagen und Siemerode in Thüringen – zu ihrer freien Verfügung.

Dieses Modell ist bisher einmalig in Niedersachsen. „Wir wollen damit für Erneuerbare Energien und ihre dezentrale Erzeugung in der Fläche werben“, erklärte am Donnerstag der Geschäftsführer der Windkraft Diemarden, Jörg Klapproth. „Und wir wollen damit auch Danke sagen für die gute Zusammenarbeit mit den Menschen hier“, ergänzte sein Mitstreiter Ingo Voges.

„Etwas zurück zu geben“

Die Gesellschaft hat in den vergangenen 15 Jahren auf den Ackerflächen zwischen den vier Dörfern mehrere Windräder zur Stromerzeugung aufgestellt – vor eineinhalb Jahren die ersten großen Anlagen der neuen Bauart im Kreis Göttingen. Dazu gebe es zwar auch kritische Stimmen, so Voges, aber weit überwiegend habe die Bevölkerung die Projekte unterstützt.

Inzwischen habe sich zudem gezeigt, dass die Ausgaben zum Beispiel für die erforderlichen neuen Wege zu den Standorten unter den Erwartungen blieben. Auch das sei ein Grund, den Menschen im Umfeld der Anlagen „etwas zurück zu geben“, so Voges.

Eigentlich wollte die Gesellschaft in allen vier nahen Dörfern Photovoltaikanlagen auf öffentliche Dächer montieren, aber nicht überall war das technisch möglich, bestätigte Claudio Fischer-Zernin von der UFH Haustechnik GmbH in Göttingen, die die Anlagen installiert hat. Jetzt erzeugen etwa 100 Module auf dem Feuerwehrhaus in Bischhausen und auf dem kombinierten Sport- und Feuerwehrhaus in Weißenborn jährlich etwa 21 000 Kilowatt Strom.

Gewinn wird gleichmäßig verteilt

Der erwartete Jahresgewinn „von einigen Hundert Euro“ wird aber an alle vier Dörfer verteilt. Dann könne der Betrag sogar noch viel höher ausfallen, hofft Klapproth. Das Projekt werde von den Elektrizitätswerken  Schönau (EWS) unterstützt. Für jeden EWS-Neukunden, den die Windkraft Diemarden im ersten Betriebsjahr werbe, fördere die EWS die Anlagen mit etwa 400 Euro, verteilt über zehn Jahre. Auch dieses Geld gehe an die Ortsräte.

Im Vordergrund stehe aber die Werbung für erneuerbare Energien, so Voges. Auch wenn in Gleichen schon jetzt mehr Strom durch Wind und Photovoltaik erzeugt als verbraucht werde, sei das Ziel der Energiewende noch nicht erreicht.

Weißenborns Ortsbürgermeister Andreas Backhaus findet das Projekt „einfach klasse, eine nette Geste“. Das sagt auch Bischhausens Ortsbürgermeister Volkmar Büermann. Der Ortsrat habe die Idee sofort unterstützt, er entscheide auch, wofür das Geld ausgegeben wird – vielleicht für ein Spielgerät. 

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