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Windpark mit fünf neuen Anlagen bei Rittmarshausen

Firma will 25 Millionen Euro investieren Windpark mit fünf neuen Anlagen bei Rittmarshausen

Die Firma Turbo-Wind Energie GmbH will in der Gemeinde Gleichen für 25 Millionen Euro fünf Windenergieanlagen der Mega-Klasse bauen. Die etwa 200 Meter großen Windräder sollen auf einer eng begrenzten Fläche östlich von Wöllmarshausen und  nordöstlich von Rittmarshausen  voraussichtlich ab Ende 2015 Strom erzeugen.

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Windräder wie diese sollen bald auch in der Nähe von Rittmarshausen gebaut werden.

Quelle: dpa

Rittmarshausen. Der kürzeste Abstand zu bewohnten Häusern in Rittmarshausen beträgt nach Angaben des Unternehmens knapp 600 Meter, zu Wöllmarshausen etwa 1300 Meter.

Geplant sind nach Angaben von Diplom-Geograf Matthias Trenkel Windräder vom Typ Enercon E-101. Sie haben eine Nabenhöhe von 149 Metern, ihr Rotordurchmesser beträgt 101 Meter. Daraus ergibt sich eine Gesamthöhe von knapp 200 Metern, wenn ein Flügel seinen höchsten Punkt erreicht. Die Anlagen seien getriebelos und damit leiser als andere, ergänzt Diplom-Ingenieurin Ulrike Henke von Turbo-Wind.

Nach ihren Berechnung werde der Schallpegel in keinem der nahen Wohnbereiche die Richtwerte für Nachtstunden von 45 dB(A) in Dorfgebieten und 40 db(A) in allgemeinen Wohngebieten erreichen. Zum Vergleich: Bibliotheksgeräusche liegen laut Henke bei 35 db(A), eine normale Unterhaltung bei 50 dB(A). Auch die Grenzwerte für Schlagschatten würden eingehalten.

Erlaubt seien Schattenwürfe in nahen Wohngebieten an maximal 30 Tagen im Jahr beziehungsweise 30 Minuten täglich. Diese Marke könnte bei einigen Häusern in Rittmarshausen erreicht werden, so Henke. Vorgeschriebene Warnleuchten (nachts) an den Gondeln oder Flügeln würden so synchronisiert, dass sie im Gleichtakt blinken.

Baubeginn Mitte 2015

Den erzeugten Strom will Turbo-Wind bei Duderstadt ins öffentliche Netz einspeisen. Die Windparkfläche habe sich das Unternehmen über einen Pachtvertrag mit einer Besitzergemeinschaft gesichert. Bis Januar wolle Turbo-Wind alle erforderlichen Unterlagen inklusive Naturschutzgutachten beim Landkreis Göttingen einreichen.

Im Idealfall könnte Mitte 2015 mit dem Bau begonnen werden, so Trenkel. Die schon lange für Windenergie ausgewiesene Eignungsfläche ist vergleichsweise klein und von Naturschutzgebieten eingegrenzt. Unter anderem brüten in unmittelbarer Nähe Rotmilane. Die Pläne des Vorgängerunternehmens waren vor zwei Jahren ins Stocken geraten, als der Landkreis einen Bauvorbescheid verweigerte. Der Antragsteller klagte und bekam Recht.

Ursprünglich habe das Unternehmen auf der Fläche sechs Windräder vorgesehen, so Trenkel, eines sehr nahe bei Wöllmarshausen. Auf diesen Standort verzichte das Unternehmen vorerst. Der Antrag umfasse fünf Anlagen. „Darüber sind wir auch sehr froh“, kommentierte Wöllmarshausens Ortsbürgermeister Hans-Joachim Klabunde die Pläne im Ratsausschuss für Planung und Umweltschutz.

Die meisten Mitglieder und Besucher des Gremiums lobten generell die Nutzung von Windenergie und auch die Pläne für den Standort Rittmarshausen. Allerdings klagten Bürger aus Weißenborn über Lärm von bereits drehenden großen Windrädern in ihrer Nähe.

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