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Windrad-Antrag löst Sturm der Entrüstung aus

CDU-Vorschlag Windrad-Antrag löst Sturm der Entrüstung aus

Da mochte sich Jörg Rudolph (CDU) noch so sehr mühen, den Gegnern den Wind aus den Segeln zu nehmen, es half nichts: Dem Antrag seiner CDU-FDP-Gruppe, einen Mindestabstand von Windrädern zu Siedlungen festzulegen, schlug im Stadtrat ein Sturm der Entrüstung entgegen.

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Bedeuten andere Regeln ein düsteres Szenario? Windräder auf dem Höherberg im Eichsfeld.

Quelle: Blank

Göttingen. Der Antrag solle keine Windräder verhindern, betonte Rudolph, sondern ein Leben mit der wichtigen Windenergie möglich machen. Die Gruppe hatte in ihrem Antrag einen Mindestabstand der zehnfachen Nabenhöhe für kleine Streusiedlungen wie Deppoldshausen und der zwanzigfachen Nabenhöhe bei Siedlungen wie Knutbühren gefordert. Bei derzeit üblichen Nabenhöhen  von 120 Metern würde dies einen Abstand von 1,2 beziehungsweise 2,4 Kilometern bedeuten. Rudolph wies darauf hin, dass die Einwohner in Windrad-Nähe vielen Belastungen wie Hintergrund-Brummen, Lichtblitzen und Schattenwurf ausgesetzt seien. In anderen Ländern gäbe es ebenfalls größere Mindestabstände, so Rudolph.

Empörung

Sabine Morgenroth (Grüne) zeigte sich empört. Die von CDU und FDP geforderten Mindestabstände bedeuteten einen Ausschluss von Windrädern im Stadtgebiet und in weiten Teilen des Landkreises. Ein Bestandteil der Energiewende sei aber die Dezentralisierung. Der Antrag bedeute, dass CDU und FDP die Energiewende in der Region nicht wollten. Er sei zudem illoyal und geschäftsschädigend gegenüber den Stadtwerken und gegenüber deren Arbeit im Bereich Windkraft. Holger Welskop (CDU) wiederum warf Morgenroth die Zwischenfrage entgegen: „Vertreten Sie die Bürger oder die Stadtwerke?"

Ablehnung

Die Stadtwerke selbst lehnten in einer Stellungnahme dringend den CDU-FDP-Antrag ab, da er Windräder auf Stadtgebiet faktisch ausschließe. „Damit wäre für eine auch in Sachen Energiewende und Klimaschutz überaus fortschrittlich denkende Stadt die kostengünstigste Form zur Erzeugung von Strom aus regenerativen Energien nicht mehr möglich.“ 1000 Meter Abstand zu geschlossenen Siedlungen stellten derzeit den Höchstwert dar, so die Stadtwerke.

Andreas Klatt (SPD) forderte ein klares Ja zur Energiewende. Die Stadtwerke versuchten zudem gerade, mit Beteiligungsmodellen die Bürger mit ins Boot zu holen.

Gerd Nier (Linke) sprach sich ebenfalls gegen den Antrag aus. Notwendig sei ein regionales Energiekonzept. Es dürften nicht wieder die Monopolisten zum Zuge kommen.

Überweisung an Bauauschuss

Trotz erkennbarer Ablehnung der Ratsmehrheit beschloss das Gremium einstimmig, den Antrag erst einmal in den Bauausschuss zu überweisen. Auch im Umweltausschuss soll das Thema behandelt werden.

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