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Windrad zu dicht an Rittmarshausen geplant

Leidenschaftliche Debatte Windrad zu dicht an Rittmarshausen geplant

Der Investor, der 600 Meter von Rittmarshausen entfernt ein 200 Meter hohes Windrad aufstellen will, soll sich einen anderen, weiter entfernten Standort suchen. Das „erwartet“ die Gemeinde Gleichen von der Firma Turbo-Wind aus Hannover.

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Quelle: Kunze (Symbolbild)

Gleichen. Für diese Formulierung entschied sich der Rat der Gemeinde nach langer, leiderschaftlicher Debatte mit elf Ja- und neun Nein-Stimmen bei einer Enthaltung.

Eigentlich hat Gleichen keine Möglichkeit mehr, gestaltend auf die Pläne des Investors Einfluss zu nehmen. Darüber waren sich die Ratspolitiker parteiübergreifend im Klaren. Vor 15 Jahren haben sie das Stück Land im Flächennutzungsplan für den Bau solcher Anlagen ausgewiesen. Nun befindet der Landkreis über den Bau von insgesamt fünf Windkraftanlagen zwischen Rittmarshausen und Wöllmarshausen. Von Gleichen wird nur noch ein sogenanntes „gemeindliches Einvernehmen“ abgefragt. Daher hieß es im Verwaltungsentwurf nur, die Gemeinde „bitte“ in dem einen Fall um einen größeren Abstand. Außerdem sollen die Windräder, sofern das technisch möglich sei, „bitte“ nur beim Nahen eines Flugzeugs befeuert werden (blinken). Diese Formulierungen waren Klaus-Werner Hanelt (BsP) „zu lasch“. Dafür bekam er kräftigen Applaus von den 40 Zuhörern. Die SPD-Mitglieder stellten sich hinter Hanelt. Grüne und Christdemokraten empfanden den neuen Beschlussvorlag als „populistisch“. Gegenüber den 500 Bürgern, die in einer Unterschriftenaktion gegen den Bau der Windräder protestiert haben, werde irreführend Stärke demonstriert.

Der Landkreis hat jahrelang versucht, den Bau der Windräder zu verhindern, gab Werner Wille (CDU) zu bedenken. Dagegen habe der Investor erfolgreich geklagt. Auch Wille, der hinter dem Projekt steht, findet es nicht plausibel, warum ein nachträglich ausgewiesenes Vogelschutzgebiet genau um die Sonderfläche Windenergie herum gelegt worden ist.

Von Michael Caspar

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