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Windräder bei Rittmarshausen bedrohen nur Fledermäuse

BSG kündigt dennoch Klage an Windräder bei Rittmarshausen bedrohen nur Fledermäuse

Es gibt so gut wie keine Natur- und Landschaftsschutz-Gründe, einen Windpark mit fünf großen Windrädern bei Wöllmarshausen und Rittmarshausen zu verbieten: nicht mit Blick auf Rotmilane, Feldhamster und andere Tiere in der Nähe; auch nicht mit Blick auf die Landschaft. Zu diesem Schluss kommen die Gutachter, die monatelang beobachtet und gesetzliche Vorgaben überprüft haben.

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Quelle: Archiv

Wöllmarshausen/Rittmarshausen. Ihr Ergebnis überraschte viele der gut 80 Besucher einer zweiten Info-Veranstaltung zum umstrittenen Windpark in der Gemeinde Gleichen. Eine Veranstaltung, die nach vorangegangenen emotionalen Debatten unerwartet sachlich und ruhig verlief.

Die Firma Turbo-Wind aus Hannover will in der Nähe beider Dörfer fünf große Windräder aufstellen – jedes 200 Meter hoch. Die Fläche ist schon lange als Vorranggebiet für Windenergie ausgewiesen, es ist eine von mehreren in der Gemeinde Gleichen. Vor allem Rittmarshäuser sind gegen das Projekt, weil mindestens ein Windrad nur etwa 600 Meter entfernt vom Dorf stehen soll. Und Vogelschützer um Gleichens Naturschutzbeauftragten Reinhard Urner, auch Mitglied in der Biologischen Schutzgemeinschaft (BSG). Sie sorgen sich vor allem um die weltweit seltene Rotmilane, die in der Nähe leben und hier jagen.

Eine Sorge, die der Diplombiologe Gerswin Wellner und Artenschutzexperte Gerd Brunken als beauftragte Gutachter für das Projekt nicht teilen. Es gebe zwar etliche Rotmilane in der Gegend, sie würden sich aber weiter nördlich bewegen und seien kaum durch die geplanten Windräder gefährdet. Einzig einige von mindestens 13 festgestellten Fledermausarten könnten durch die drehenden Windräder getötet werden. Um das zu verhindern, würden die Anlagen zu bestimmten Zeiten aber abgestellt, versicherte Turbo-Wind-Chef Uwe Thomas Carstensen. Das und weitere Vorgaben würden auch in der noch ausstehenden Genehmigung vom Landkreis Göttingen vorgeschrieben, so Wellner. Urner reichte das nicht, er kündigte zum Schutz der Milane eine Klage der BSG an.

Andere Besucher der Veranstaltung wollen nicht klagen, sondern sich am Windpark beteiligen. „Kein Problem und gewünscht“, sagte Matthias Trenkel von Turbo-Wind. Möglich sei, dass Gleichener eine Betreibergesellschaft gründen, die dann ein oder mehrere der fertiggestellten Windräder kauft. Turbo-Wind würde die Anlagen weiter fahren und mögliche Gewinne an die Bürgergesellschaft ausschütten. Ausfallrisiken für einzelne Anlagen würden alle im Pool gemeinsam tragen. In einer weiteren Diskussion ging es um Warnlampen für Flugzeuge in der Nacht. Carstensen sicherte zu: Sobald eine bezahlbare Technik zugelassen wird, die die Lampen nur anschaltet, wenn ein Flugzeug kommt, werde er sie einbauen. Wie der Rat der Gemeinde zu den geplanten Windrädern steht, entscheidet er während seiner Sitzung am Mittwoch, 18. März, um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Beienrode, Am Hillerasen 1.

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